Herr Dr. Wermeyer, ist die De-Mail bei den Kunden angekommen?

Dr. Frank Wermeyer: Das kann ich ganz eindeutig mit ja beantworten – die De-Mail setzt sich immer mehr durch. Sowohl große und mittelständische Firmen als auch Kommunen und Behörden sowie natürlich Privatkunden setzen auf die Möglichkeit, sicher über das Internet zu kommunizieren. Die Targobank zum Beispiel will mit De-Mail ihren Kundenservice verbessern. Adressänderungen, Kontoumstellungen und Konto-Auskünfte können Bankkunden jetzt einfach, schnell und sicher von zu Hause aus erledigen. Auch die Allianz wird De-Mail nutzen, um schneller auf Kundenanfragen zu reagieren. Gleichzeitig möchte der Versicherer mit dem Dienst seine Kosten für Druck, Porto und Versand von rund 65 Millionen Euro pro Jahr reduzieren. Die ersten Städte und Kommunen planen ebenfalls De-Mail einzusetzen und so Firmen und Privatkunden den einen oder anderen Behördengang zu ersparen. Bei der Stadt Bonn zum Beispiel sind künftig Gewerberegisteranmeldungen elektronisch per De-Mail möglich.

Wie kann ich als Unternehmen De-Mail nutzen?

Dr. Frank Wermeyer: Das ist ganz einfach. Zunächst registrieren sich die Firmen auf der Telekom-Webseite und legen dabei auch gleich ihre De-Mail-Domain fest. Diese ist nach dem Schema „MeineFirma.de-mail.de“ aufgebaut. Im Anschluss müssen sie sich nur noch identifizieren. Dazu legt ein gesetzlicher Vertreter wie der Geschäftsführer oder Prokurist einen beglaubigten Handelsregisterauszug vor. Die Identifizierung ist übrigens in Kürze auch ganz bequem in den eigenen Geschäftsräumen möglich. Dazu arbeiten wir mit zertifizierten Dienstleistern zusammen, die kostenlos direkt zum Kunden kommen. Firmen vereinbaren einfach ihren persönlichen Wunschtermin – zum Beispiel über die Telekom-Webseite. Sind die Kunden erfolgreich authentifiziert, müssen sie nur den bequemsten Zugang zu ihrem De-Mail-Konto wählen. Kleine und mittelständische Unternehmen greifen beispielsweise direkt über den Browser auf ihr Postfach zu. Für größere Firmen mit hohem De-Mail-Aufkommen ist es praktischer, ihre bestehenden E-Mail-Systeme mit Hilfe eines Gateways mit der De-Mail-Plattform zu verknüpfen. Das hat den Vorteil, dass De-Mails neben den normalen E-Mails im Posteingang einlaufen.

Können Sie uns noch ein paar ganz konkrete Einsatzszenarien für De-Mail nennen?

Dr. Frank Wermeyer: Für Unternehmen sicherlich besonders interessant ist die Möglichkeit, Angebote, Rechnungen oder sensible Projektunterlagen per De-Mail zu versenden. Auch bei der Kommunikation mit Behörden lässt sich künftig vieles digital statt auf dem Postweg erledigen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld für Druck, Papier und Porto. Gleichzeitig ist die Kommunikation per De-Mail besonders sicher und vor allem auch nachweisbar.

Von diesen Pluspunkten profitieren Firmen zum Beispiel, wenn zum 1. Februar 2014 die Umstellung auf das SEPA-Zahlverfahren ansteht. Fast jede zweite Zahlung und rund 60 Prozent aller Online-Zahlungen werden in Deutschland über das klassische Lastschriftverfahren getätigt. Die Einführung des SEPA-Verfahrens bringt eine wichtige Neuerung mit sich: Firmen müssen neue Lastschriftermächtigungen schriftlich einholen. Eine E-Mail reicht dafür nicht aus. Denn im Streitfall muss etwa nachweisbar sein, dass das Dokument verbindlich zugestellt wurde. Hier greifen Unternehmen also am besten auf die De-Mail zurück. Damit sind sie auf der sicheren Seite.

Herr Dr. Wermeyer, vielen Dank für das Gespräch.

Link zur De-Mail-Webseite der Telekom: http://www.telekom.de/de-mail/geschaeftskunden