Deutscher Arbeitsmarkt: Neue Jobs dank Digitalisierung

Was für eine Chance für den deutschen Arbeitsmarkt: Bis zu 390.000 neue Jobs sollen in den nächsten zehn Jahren durch den Entwicklungsschub der Industrie 4.0 und die damit verbundene zunehmende Automatisierung von Fabriken entstehen. In diesem Kontext wird auch das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von rund 30 Milliarden Euro prognostiziert. Das sind die zentralen Ergebnisse der BCG-Studie Industry 4.0: The Future of Productivity and Growth in Manufacturing Industries.

Industrie 4.0 bedeutet dabei aber auch veränderte Anforderungen an Fabrikarbeiter: Während einfache manuelle Tätigkeiten weiter an Bedeutung verlieren, spielen Kompetenzen im IT-Bereich eine immer wichtigere Rolle. Schließlich müssen die automatisierten Produktionsabläufe in den Fabriken geplant, simuliert und überwacht werden.

BCG-Partner und einer der Autoren der Studie, Michael Rüßmann, warnt daher, dass Deutschland den Vorsprung im Hinblick auf Arbeitsplätze und Automatisierung ohne entsprechende IT- und Softwarekompetenz verlieren wird. Dennoch sieht er den deutschen Arbeitsmarkt nicht in Gefahr:

"In der Summe überwiegen die positiven Effekte durch Industrie 4.0, das zusätzliche Wachstum schafft mehr Arbeitsplätze als in der Fertigung entfallen. Auch in Zukunft wird es keine menschenleeren Fabriken geben."

Industrie 4.0: Die richtigen Weichen stellen

Bei der Aufrüstung von Fabriken mit automatisierten und vernetzten Maschinen gilt es für Unternehmen auf die richtigen IT-Partner zu setzen. Die Studie empfiehlt

  • das eigene Know-how vor Industriespionen zu schützen und
  • die Softwareentwicklung voranzutreiben.

Außerdem muss Geld in die Hand genommen werden: Die Modernisierung von Maschinen und der IT-Strukturen kann deutsche Unternehmen bis zum Jahr 2025 bis zu 250 Milliarden Euro kosten.

Darüber hinaus wird es bald erste Industrie-4.0-Normen geben, durch die Produkt- und Fertigungsstandards festgelegt werden. Dabei haben deutsche Unternehmen eine gute Ausgangsbasis, um als Vorreiter die Regeln für die Zukunft festzulegen. Rüßmann empfiehlt ein strategisches Vorgehen:

"Einerseits ist die Zusammenarbeit mit dem US-dominierten Industrial Internet Consortium notwendig. Als Gegengewicht sind aber auch pragmatische Partnerschaften zwischen den führenden europäischen Unternehmen wichtig."

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