Demnach kann das persönliche Profil in den sozialen Netzen für Personalverantwortliche in ihrer Bewertung durchaus entscheidend sein. 46 Prozent der befragten Unternehmen machen einen Online-Check in den sozialen Netzen, bevor sie einen neuen Mitarbeiter einstellen. Dabei überprüfen sie Bewerber häufiger in beruflichen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn – hier schauen 39 Prozent der Unternehmer nach. Netzwerke mit Privatcharakter wie Facebook oder Twitter dagegen werden seltener zu Rat gezogen. Nur jeder vierte Personaler durchforstet Facebook nach den Profilen.

Profile in sozialen Netzwerken sind entscheidend

Die Recherche nach den Kandidaten erfolgt meist schon, wenn die Bewerbungsmappe auf dem Tisch liegt. Fast zwei Drittel der Unternehmer schauen erst online, bevor sie einen Bewerber überhaupt einladen. Nach dem Bewerbungsgespräch überprüft immerhin noch fast die Hälfte der Entscheider online, ob sich das Profil im Netz mit den Angaben deckt.

Dabei legen Unternehmer sehr viel Wert auf das, was sie in den sozialen Netzwerken finden – fällt ein Bewerber etwa mit inkompetenten fachlichen Äußerungen auf, fällt er sofort aus dem Raster. Auch beleidigende Kommentare stoßen auf – selbst gegen Wettbewerber. Der gute Ton sollte also auch im Netz eingehalten werden.

Private Posts spielen keine große Rolle

Privates dagegen spielt für Personalverantwortliche keine große Rolle. Die Mehrheit der Unternehmer interessiert sich nicht oder nur wenig dafür, welche privaten Fotos oder Kommentare ihrer künftigen Mitarbeiter im Netz kursieren. "Kein Personalentscheider ist so weltfremd, dass er Bewerber aussortieren würde, weil sie ausgelassen feiern", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Heikel wird es, wenn die fachliche Qualifikation nicht mit den Angaben in der Bewerbung übereinstimmt – das sieht kein Unternehmer gern. Jeder siebte Entscheider hat sich nach der Prüfung online schon entschieden, einen Kandidaten nicht einzuladen. "Profile in Sozialen Netzen sind oft aussagekräftiger als eine kurze Bewerbung. Deshalb werden Personalabteilungen künftig noch häufiger darauf zurückgreifen, um sich ein Bild von Kandidaten zu machen." Wer sich also offline bewirbt, sollte online auf der Hut sein.