Gibt es Ausnahmen?

Klar, keine Regel ohne Ausnahmen. Damit steigen wir auch gleich ins Thema ein. Folgende Beschäftigte haben keinen Anspruch auf den Mindestlohn:

  • Jugendliche unter 18 Jahren
  • Auszubildende und dual Studierende
  • Praktikanten, die ein Pflichtpraktikum absolvieren sowie Praktikanten, die kürzer als drei Monate arbeiten
  • Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten nach ihrem beruflichen Wiedereinstieg
  • Beschäftigte in einer Maßnahme der Arbeitsförderung (z.B. Ein-Euro-Jobber)

Für alle anderen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten gilt die Lohnuntergrenze. Deshalb müssen auch Unternehmen, die viele Minijobber beschäftigen oder längerfristig Praktikanten einsetzen, den Mindestlohn zahlen.

Bedeutet der Mindestlohn auch mehr Administrationsaufwand?

Sie ahnen die Antwort schon: natürlich! Arbeitgeber haben künftig eine Aufzeichnungspflicht der Arbeitszeit: Sie müssen den Beginn, die Dauer und das Ende des Arbeitstages von jedem Beschäftigten dokumentieren. Zwei Jahre lang müssen Sie diese Aufzeichnungen bereithalten. Das ist vor allem dann wichtig, wenn es sich um Ihre geringfügig beschäftigten Mitarbeiter handelt. Kurz: Der gesetzliche Mindestlohn wirkt sich auch auf Ihre administrativen Prozesse wie die Zeiterfassung aus.

Der Mindestlohn gilt auch im Urlaub und im Krankheitsfall

Egal, ob Ihr Angestellter in die Ferien fährt oder mit einer dicken Grippe im Bett liegt. Er hat Anspruch auf den Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde.

Wie wird der Mindestlohn kontrolliert?

Das übernimmt die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS), die beim Zoll angesiedelt ist. Dort sitzen Experten, denn sie haben auch schon die Einhaltung der Branchenmindestlöhne überwacht. Ein Verstoß gegen den Mindestlohn ist kein Kavaliersdelikt. Arbeitgeber, die ihren Beschäftigten zu wenig zahlen, riskieren eine Geldbuße bis zu 500.000 Euro.

Buchhaltungssoftware unterstützt Unternehmen

Kleine und mittlere Unternehmen können sich aber helfen lassen: von der Buchhaltungssoftware Sage einfachLohn. Diese können Sie auf dem Business Marketplace der Telekom ordern. Damit reduziert sich Ihr Aufwand und Sie nehmen die rechtlichen Hürden deutlich lockerer. Denn die Anwendung ist stets auf dem neuesten Stand – und natürlich auch auf den Mindestlohn geeicht. Dazu wurden zum Beispiel die Möglichkeiten der Arbeitszeiterfassung deutlich vereinfacht und erweitert: Die Beschäftigten können direkt ins System ihre Arbeitsstunden manuell eintragen. Die Anwendung schlägt auch Alarm, wenn einzelne Mitarbeiter unter der Lohnuntergrenze liegen sollten.