Scrum? Was ist das?

Scrum ist eine Managementmethode, die vor allem in der Software- und Produktentwicklung zum Einsatz kommt. Sie hilft selbst große, komplexe Projekte schnell und effizient zu wuppen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Entwicklungszeiträume, bei Scrum Sprints genannt. In diesen Etappen arbeitet das Team die Aufgaben Schritt für Schritt ab. Ein Sprint ...

  • sollte nicht länger als einen Monat dauern. Nur so kann das Scrum-Team die Entwicklungsergebnisse präzise vorhersagen.
  • darf nicht verkürzt werden. Der anfangs definierte Qualitätsanspruch des Produkts ist unantastbar.
  • produziert am Ende im Idealfall ein nutzbares Produkt oder Feature.

Drei Akteure füllen diese Arbeitsphasen mit Leben: Der Product Owner, der Scrum Master und die Entwicklungsmannschaft. Zusammen bilden sie das Scrum-Team.

Gibt den Takt an: Der Product Owner

Der Product Owner hat den Product Backlog genau im Blick. Im Klartext: Er sorgt dafür, dass die Anforderungen des Kunden Schritt für Schritt erfüllt werden. Sein Nimbus als Taktgeber kommt nicht von ungefähr. Der Product Owner ordnet die einzelnen Aufgaben und Kundenwünsche in einer Liste nach ihrer Priorität. Diese Reihenfolge muss das Entwicklungsteam respektieren – Änderungen dürfen nur in Absprache mit dem Product Owner erfolgen.

Gleichzeitig erledigt das Team ausschließlich Aufgaben, die von ihm  vorgegeben sind. Durch diese klar fest gelegten Regeln erweist sich Scrum als robuste Methode im Projektmanagement. Sie gibt den Mitarbeitern Sicherheit und Routine.

Darüber hinaus ist der Product Owner der Geschäftsführung rechenschaftspflichtig: Er wacht über den Erfolg des Projekts und die Kapitalrendite. Außerdem entscheidet er, wann das Produkt fertig ist und ausgeliefert werden kann.

Tipp: Setzen Sie einen erfahrenen Kollegen als Product Owner ein, der unternehmensintern ein gutes Standing hat und auch Stärken in der Kundenkommunikation mitbringt.

Hat alles im Blick: Der Scrum Master

Der Scrum Master kontrolliert, ob alle im Team die Scrum-Regeln einhalten. Er unterstützt die Mitarbeiter im täglichen Workflow, klärt Ungereimtheiten  und moderiert die Meetings.

Diese Treffen (auch Daily Scrum genannt) sollen folgende Fragen klären:

  • Was wurde bereits erreicht?
  • Was steht als nächstes im Sprint auf der Agenda?
  • Welche Hindernisse müssen aus dem Weg geräumt werden?

Der Scrum Master sorgt dafür, dass die täglichen Zusammenkünfte möglichst kurz und produktiv sind. Eine Viertelstunde reicht in der Regel aus, um alles Wichtige zu klären. Und falls sich der Schlendrian ins Team einschleicht, sollte der Scrum Master die Mitarbeiter mit einem flammenden Appell neu motivieren.

Er muss auch Dinge wertfrei einstufen und das Arbeitspensum eines Sprints realistisch einschätzen – keine leichte Aufgabe. Tipp: Setzen Sie einen kommunikativen Allrounder für den Job  ein. Der weiß, wie die Belegschaft tickt.

Setzt alles um: Das Entwicklungsteam

Das Team ist interdisziplinär zusammengesetzt und führt die Aufgaben in den Entwicklungsprozessen aus. Die ideale Teamgröße liegt zwischen drei und neun Mitgliedern – so bleiben Sie agil genug, um im Projektmanagement auf Veränderungen zu reagieren. Gleichzeitig ist Ihre Gruppe groß genug, um über alle wichtigen Fähigkeiten zu verfügen.

Auch wenn Scrum Master und Product Owner eine übergeordnete Rolle einnehmen, so setzt die Scrum-Methode stark auf die Eigenverantwortung der einzelnen Mitarbeiter. Wie viel kann ich bewältigen? Bei welchen Features hakt es noch? Wer von meinen Kollegen braucht Hilfe? Ermutigen Sie Ihr Team, ehrliche Antworten auf diese Fragen zu finden. Denn die Produktentwicklung mit Scrum gelingt nur, wenn sich das Team aktiv im Entwicklungsprozess einbringt.

Weiterführende Links:

  • Scrum vs. Kanban: Lesen Sie hier, welche Methode sich besser fürs agile Projektmanagement eignet.
  • Projektmanagement mit Getting Things Done: So funktioniert die David-Allen-Methode.