Eskalierte Gehaltsverhandlung führt zu Sitzstreik

Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein verhandelte den Fall einer Abteilungsleiterin, die in einem Gehaltsgespräch zu weit gegangen war: Als der Vorgesetzte einer Gehaltserhöhung nicht zustimmte, trat die Mitarbeiterin in den Sitzstreik und weigerte sich, sein Büro zu verlassen. Er wies sie darauf hin, dass sie mit diesem Verhalten ihre arbeitsrechtlichen Pflichten und das Hausrecht verletze, jedoch ohne Erfolg. Die Angestellte musste schließlich von der Polizei aus dem Büro geleitet werden. Am darauffolgenden Tag schrieb sie in einer E-Mail unter anderem: "Wer solche Vorgesetzten hat, braucht keine Feinde mehr." Der Arbeitgeber sprach daraufhin eine außerordentliche fristlose Kündigung aus.

Ordentliche Kündigung ist berechtigt

Die Kündigungsschutzklage der Arbeitnehmerin war zum Teil erfolgreich: Das Gericht hielt lediglich eine ordentliche Kündigung für gerechtfertigt, da die Frau lange Zeit für das Unternehmen tätig gewesen war, ohne Grund zur Beanstandung zu liefern. Allerdings hatte sie mit dem Sitzstreik laut Gericht auch eine besonders schwere Pflichtverletzung begangen. Eine Abmahnung sei dem Arbeitgeber deshalb nicht zuzumuten, da das Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört sei. Die Frau habe außerdem ihre Vorbildfunktion als Abteilungsleiterin außer Acht gelassen. Die ordentliche Kündigung sei also absolut gerechtfertigt.

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