Steuererklärung selber machen: Die Uhr tickt

Das Wichtigste zuerst: Wenn Sie Ihre Steuererklärung selber machen, muss sie bis zum 31. Mai 2015 beim Finanzamt liegen. Es sei denn, Sie erbitten eine Fristverlängerung für Ihre Steuern 2014. Dafür reicht ein formloser Antrag, in dem Sie die Verzögerung knapp aber plausibel begründen – etwa durch fehlende Unterlagen, eine Erkrankung oder Arbeitsüberlastung. Manchmal reicht aber auch schon ein Anruf bei Ihrem zuständigen Sachbearbeiter, um mehr Zeit für die Steuern rauszuhandeln.

Grundsätzlich gelten bei Steuern für Selbstständige folgende Basics:

  • Sie ist Pflicht für Selbstständige und Freiberufler.
  • Unter den Formularen des Finanzamts für die Steuern 2014 füllen Sie mindestens den Mantelbogen und als Selbstständiger die Anlage S aus.
  • Liegen Ihre Betriebseinnahmen über 17.500 Euro pro Jahr, müssen Sie zusätzlich eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) aufstellen und die Steuererklärung elektronisch über die Plattform Elster an das Finanzamt schicken.

In den Betriebsausgaben schlummert viel Steuerspar-Potenzial

Ziel der Erklärung für Ihre Steuern 2014 sollte es natürlich sein, Ihre Steuerlast zu senken. Wenn  Sie Ihre Steuererklärung selber machen, sollten sollten Sie in diesem Zusammenhang auf die – weil oft bei Steuern für Selbstständige nicht voll ausgenutzten – Betriebsausgaben achten.  Also jene Aufwendungen, mit denen Sie Ihr Geschäft am Laufen halten und die Sie in Ihrer EÜR beziehungsweise Gewinn- und Verlustrechnung erfassen. Sofort abzugsfähig sind vor allem laufende Kosten, wie:

  • Lohnzahlungen,
  • Reparaturkosten,
  • Beiträge für betriebliche Versicherungen oder Berufsgenossenschaften,
  • Aufwendungen für Fortbildung und Fachliteratur.

Wenn Sie Ihre Steuererklärung selber machen, sollten Sie zudem bedenken: Auch bewegliche Wirtschaftsgüter bis zu 410 Euro netto, abzüglich der Vorsteuer, machen Sie einfach im Jahr der Anschaffung als Betriebsausgaben geltend. Bei höheren Kosten kann es jedoch kompliziert werden. So richten Sie für Wirtschaftsgüter bis 1.000 Euro netto einen Sammelpool – für jedes Jahr – ein und schreiben ihn pauschal über fünf Jahre ab.

Bei Gütern zu Preisen zwischen 150,01 und 410 Euro haben Sie die Wahl: sofort abschreiben oder auch dem Sammelpool zuschlagen.

Letzteres ist unter Umständen sinnvoll, wenn sonst der Steuervorteil wegen geringer Umsätze im laufenden Jahr bedroht ist. Wichtig: Entscheiden Sie sich für ein Vorgehen, also entweder sofortige Abschreibung oder Sammelpool, so gilt das für sämtliche Wirtschaftsgüter in jenem Jahr. Eine rückwirkende Änderung zum Beispiel für Ihre Steuern 2014 ist dann nicht mehr drin.

Geht es um Posten von 1.000,01 Euro und mehr (zum Beispiel Firmenwagen, Maschinen oder Gebäude) kommt bei Steuern für Selbstständige eine andere Variante zum Zug: Je nach Nutzungsdauer gelten dafür Abschreibungen über mehrere Jahre. Die genauen Zeiträume legt die amtliche AfA-Tabelle (Absetzung für Abnutzung) fest. Demnach verteilen sich beispielsweise die Kosten für einen Büroteppich auf acht, für einen Pkw auf sechs Jahre.

Und nicht jeder Selbstständige hat betriebliche Fahrten mit dem privaten Auto auf dem Zettel für das Finanzamt. So dürfen Sie jeden gefahrenen Kilometer mit 30 Cent in der Gewinnermittlung ansetzen. Das gilt etwa für Fahrten zur Post, zu Geschäftsessen oder zum Büroausstatter.

Und falls es dabei mal scheppert – die Folgekosten eines Unfalls können Sie bei Steuern für Selbstständige ebenfalls als Betriebskosten anmelden.  Weitere Posten sind Leasingkosten, Hotelübernachtungen, Geschäftsessen, Kundengeschenke (bis zu 30 Euro pro Jahr und Kunde), Spenden und Vorsorgeaufwendungen. Immer daran denken: Das Finanzamt will für jeden Steuerrabatt einen ordentlichen Beleg sehen – egal ob Sie Ihre Steuererklärung selber machen oder nicht.

Neuer Höchstwert bei der Rürup-Rente

Mit einer Rürup-Rente profitieren auch Selbstständige von der staatlichen Altersvorsorge. Wichtig für die Steuern 2014:  Die Beiträge setzen Sie bis zu einem Höchstbetrag von 20.000 Euro (Verheiratete: 40.000 Euro) als Sonderausgaben ab. Voll jedoch erst ab 2025. Bis dahin steigt der Anteil Jahr für Jahr an. So liegt er für die Steuern 2014 bei 78 Prozent. Unterm Strich macht das also maximal 15.600 Euro (Verheiratete: 31.200 Euro), um die Ihre Steuerlast sinkt.

Apropos Vorsorge: Auch Aufwendungen für

  • Krankenversicherung,
  • Pflegeversicherung,
  • Berufsunfähigkeitsversicherung,
  • Unfallversicherung und
  • Haftpflichtversicherung

schmälern die Steuerschuld. Allerdings nur bis maximal 2800 Euro. Bis 2004 war dieser Sockel noch höher. Deshalb prüft das Finanzamt seitdem automatisch, welche Regelung für Selbstständige besser ist. Das heißt, falls  Sie Ihre Steuererklärung selber machen, brauchen Sie sich um diesen Punkt nicht zu kümmern. Doch auch die Höchstbeträge von einst schrumpfen jährlich. Das heißt hinsichtlich der Steuern für Selbstständige im Jahr 2014: Alleinstehende dürfen maximal 3.801 Euro geltend machen, Verheiratete 7.602 Euro.

Weiterführende Links:

  • Wollen Sie Ihre Steuererklärung selber machen und die Zeit wird knapp, finden Sie hier Hinweise zur Fristverlängerung.
  • "Die Welt" hat sich eingehend mit dem Thema Steuern für Selbstständige beschäftigt.