Ob elektronischer Medikationsplan, elektronische Patientenakte oder Telemedizin – ohne digitale Kommunikation läuft in der Medizin bald nichts mehr. Die Telematikinfrastruktur (TI) wird alle Kassenärztlichen Praxen, Apotheken, Krankenhäuser und Krankenkassen vernetzen. Das Ziel: Informationen zu den Versichertendaten und künftig auch zur medizinischen Behandlung sollen schneller und einfacher verfügbar sein. Ärzte müssen alle Komponenten für die TI bis zum 31. März 2019 bestellen und dies gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) nachweisen – sonst drohen Honorarkürzungen. Bis zum 30. Juni 2019 muss der Anschluss dann endgültig erfolgt sein.

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Wie funktioniert die Telematikinfrastruktur?

Wie sich Gesundheitsdaten sicher übertragen lassen sollen, regelt das E-Health-Gesetz von 2015: Ein sicheres, verschlüsseltes Datennetz, das ausschließlich der Branche vorbehalten ist, verbindet alle Teilnehmer. Wer Zutritt erhalten möchte, benötigt einen so genannten Praxisausweis (die Security Module Card Typ B SMC-B). Nur mit dieser Eintrittskarte für die Teilnahme an der Telematikinfrastruktur können sich beispielsweise Zahnärzte, Psychotherapeuten und Krankenhäuser untereinander ausweisen und verschlüsselt miteinander kommunizieren. Auch dann, wenn Ärzte auf geschützte Bereiche der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zugreifen möchten, ist der Praxisausweis nötig. Alle Akteure des Gesundheitswesens können dadurch schneller und einfacher miteinander kommunizieren sowie medizinische Daten rechtssicher austauschen – einrichtungsübergreifend und interdisziplinär.

Optimierte Praxisorganisation

Durch die Telematikinfrastruktur als zentraler Plattform steigen Versorgungsqualität, Effizienz und Wirtschaftlichkeit, während der Bürokratieaufwand sinkt. Denn viele Prozesse funktionieren schon bald papierlos und automatisiert. Erste Anwendungsbeispiele sind zum Beispiel die Folgenden:

  • Versichertenstammdatenmanagement

Damit werden die auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeicherten Daten des Versicherten über das Netz der Telematikinfrastruktur mit der Krankenkasse abgeglichen und Änderungen automatisch aktualisiert – sowohl auf der Karte als auch in der Praxissoftware.

  • Qualifizierte Elektronische Signatur (QES)

Die QES ermöglicht eine rechtssichere elektronische Signatur unter anderem für den elektronischen Arztbrief. Für die QES (und weitere Anwendungen wie das Notfalldatenmanagement und ein elektronischer Medikationsplan, die in naher Zukunft kommen sollen) wird eine weitere Berechtigtenkarte benötigt: der elektronische Heilberufsausweis (HBA).

  • Elektronischer Medikamentenplan

Auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert, kann der Medikationsplan zukünftig von weiterbehandelnden Ärzten und Apothekern ausgelesen sowie aktualisiert werden. Wichtige Informationen zur Medikamentenvergabe sind so für alle Beteiligten einsehbar.

  • Notfalldatenmanagement

Durch das Notfalldatenmanagement können Ärzte und Sanitäter blitzschnell Diagnosen, Allergien oder bestehende Medikationen abrufen. Im Ernstfall liegen so alle wichtigen Patientendaten sofort vor.

  • Elektronischer Arztbrief

Aus Datenschutzgründen war ein Versand über das Internet bislang nicht zulässig. In der elektronischen Patientenakte wird die lückenlose Dokumentation von Befunden, Diagnosen, Therapien, Behandlungsberichten und Impfungen sichergestellt.

Das Medical Access Port-Bundle der Telekom

Für den Einstieg in die digitale Vernetzung aller Akteure im Gesundheitswesen hat die Deutsche Telekom mit dem Medical Access Port-Bundle ein Paket zusammengestellt, das den Anschluss an die Telematikinfrastruktur besonders einfach macht. Das Paket umfasst zum einen die notwendige Hardware aus Konnektor, stationärem eHealth-Kartenterminal samt sicheren VPN-Zugang, zum anderen aber auch Service und Support der Telekom bei Einrichtung, Installation und Betrieb.

Der Konnektor sorgt in Verbindung mit dem Praxisausweis für eine sichere und zuverlässige Verbindung zwischen den IT-Systemen der Arztpraxis und der Telematikinfrastruktur. Er arbeitet dabei wie ein Router im Heimnetzwerk, leitet den gesamten Datenverkehr aber verschlüsselt durch einen VPN-Tunnel und nicht über das öffentliche Internet. Der Vorteil: Sensible medizinische Daten bleiben geschützt.

Weitere Informationen zur Telematikinfrastruktur und zum Medical Access Port-Bundle finden Sie unter: www.telekom.de/telematikinfrastruktur

Medical Access Port-Bundle

Installation

Egal, ob für Ärzte, Zahnärzte oder Psychotherapeuten: der Kundenservice der Telekom setzt nicht erst bei der Installation an. Damit der Anschluss reibungslos funktioniert, führen Telekom-Experten im Vorfeld eine Praxisbegehung durch und prüfen, ob alle Voraussetzungen für die erfolgreiche Anbindung erfüllt sind. Erst dann erfolgen die Installation und die Geräteeinweisung. Für alle Fragen rund um die Telematikinfrastruktur, zu den Produkten und zum Angebot existiert eine exklusive Hotline für Arztpraxen: Kontaktieren Sie unsere Berater telefonisch unter 0800 330 1368. Die Hotline ist Montag bis Samstag von 08:00 - 20:00 Uhr erreichbar.  

Kosten

Praxen erhalten eine Pauschale für die Erstausstattung, bestehend aus Konnektor und eine von der Praxisgröße abhängige Anzahl an eHealth-Kartenterminals. Finanziert wird die Pauschale durch die Krankenkassen. Die Höhe der Finanzierung ist abhängig von dem Zeitpunkt, an dem eine Praxis erstmalig an der Telematikinfrastruktur teilnimmt. Für Praxen, die Anspruch auf zwei oder drei Kartenterminals haben, erhöht sich die Erstausstattungspauschale pro Gerät.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.telekom.de/telematikinfrastruktur