Beim Chatten am Arbeitsplatz werden Pflichten vernachlässigt

Demnach ist Chatten am Arbeitsplatz verboten, sofern der Kommunikationskanal privat genutzt wird. Der Grund: Mitarbeiter sollen während der Arbeitszeit ihren beruflichen Pflichten nachkommen. Dafür werden sie entlohnt.

Folgender Fall hatte sich zugetragen: Ein rumänischer Ingenieur wurde 2007 von seinem Chef entlassen, weil er während der Arbeitszeit mit seiner Familie gechattet hattet. Das Unternehmen kam seinen privaten Online-Aktivitäten mittels einer Kontrolle der Chatprotokolle auf die Schliche. Der Angestellte sah seine Privatsphäre angegriffen und klagte sich daraufhin bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Das Straßburger Gericht bestätigte zwar, dass ein Eingriff in die Privatphäre nicht rechtens sei. Ein Arbeitgeber habe jedoch auch das Recht zu überprüfen, ob seine Mitarbeiter ihre Pflichten erfüllen. Daher sei die Kündigung gerechtfertigt.

Eine systematische Überwachung ist nicht rechtens

Ein pauschales Urteil wurde damit jedoch nicht gefällt. Denn die systematische Überwachung der Mitarbeiter ist gemäß Bundesdatenschutzgesetz nicht rechtmäßig. Bevor Chefs einen Mitarbeiter wegen Chattens am Arbeitsplatz kündigen, sollten sie sich arbeitsrechtlich beraten lassen, empfiehlt Arbeitsrechtler Alexander Lorenz Firmen in "impulse". Sein Tipp: Unternehmen sollten eine IT-Richtlinie für die private Nutzung des Firmenrechners aufstellen.

Weiterführende Links:

  • Weitergehende Informationen darüber, ob Chefs private E-Mails ihrer Angestellten verbieten und kontrollieren dürfen, gibt Ihnen das Online-Magazin "impulse".
  • Überwachung am Arbeitsplatz bezieht sich auch auf die Arbeitszeit. Welche Vorteile und Nachteile eine Arbeitszeiterfassung mit sich bringt, verrät mDM.
  • Daten der Mitarbeiter: Wir zeigen, was Chefs nicht wissen dürfen.