Vorwurf: Mobbing am Arbeitsplatz

Die Gleichstellungsbeauftragte eines Landkreises in Niedersachsen klagte, weil sie sich an ihrer Arbeitsstelle von Mobbing betroffen fühlte. Nach der Wahl eines neuen Landrats im Jahr 2011 hatte sie Funktionen verloren und war nach eigenen Aussagen immer weniger in interne Abläufe innerhalb der Verwaltung einbezogen worden. Auch habe sie weniger Anteil an Informationsflüssen gehabt. Dadurch entstand bei ihr der Eindruck, der Landrat wolle ihre Stellung hintertreiben. Ab 2012 war sie immer wieder erkrankt und arbeitsunfähig, ab Mitte 2013 fehlte sie dauerhaft. Für diese Erkrankung machte sie das wahrgenommene Mobbing an ihrem Arbeitsplatz verantwortlich. Grundsätzlich ist in einem solchen Fall Schadensersatz und Schmerzensgeld für die betroffene Person möglich.

Allgemeine Umstrukturierung nicht als Mobbing zu werten

Das Landesarbeitsgericht Hannover wies die Klage allerdings ab – wie schon das Arbeitsgericht Osnabrück als Vorinstanz. Das Gericht konnte kein schikanöses und zielgerichtetes Verhalten des Landrats erkennen, vielmehr habe er zu Beginn seiner Amtszeit neue Anforderungen gestellt, die auch für andere Mitarbeiter gegolten hätten. Eine solche Umstrukturierung und der damit verbundene Zuständigkeitsverlust sei deshalb auch nicht als Mobbing anzusehen. Auch die Erkrankung der Frau liege nicht in der Verantwortung des Landkreises, da sie bereits kurz nach Amtsantritt des neuen Landrats erstmals erkrankt war. Das Gericht bemühte sich um einen Vergleich, mit dem das Arbeitsverhältnis einvernehmlich aufgelöst werden sollte, aber scheiterte damit.

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