Die vorsorgliche Strategie: Succession Planing früh genug ausarbeiten

Das Thema der Vertretung oder gar der Nachfolge ist eine heikle und emotionale Sache. Schließlich fällt es vielen Führungskräften bereits schwer, bei einer Erkältung alle Fünfe gerade sein zu lassen: Ohne den Chef läuft es eben nicht.

Ihnen bleibt dennoch nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen und ein sogenanntes Succession Planing auf den Weg zu bringen:

  • Der englische Ausdruck bedeutet einfach Nachfolgeplan.
  • Die Maßnahmen beziehen sich aber nicht nur auf das Thema Unternehmensnachfolge. Chefs, die aufgrund einer Krankheit länger ausfallen, planen damit schon im Vorfeld, wer wann und was erledigt.
  • Denn eins ist klar: Während Sie abwesend sind, muss Ihr Unternehmen trotzdem weiterlaufen.

Was passiert, wenn Sie das Succession Planing auf die lange Bank schieben und plötzlich der Chef ausfällt? Unternehmensberaterin und Psychologin Elke Kirchner kommentiert dazu laut "Südwest Presse":

"Jedes dritte bis vierte Unternehmen geht dann in die Insolvenz."

Eine bittere Erkenntnis, zumal oft die private Krise droht, sobald es mit dem eigenen Unternehmen bergab geht.

Die richtige Struktur: Succesion Planing auf sichere Beine stellen

Beim Succession Planing geht es darum, die Handlungsfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten: Dazu schaffen Sie Grundlagen in allen Prozessen und Abläufen.

Was zu tun ist:

  • Bestimmen Sie einen Ersatz-Geschäftsführer beziehungsweise einen Nachfolger.
  • Teilen Sie in der Führungsetage die Verantwortung untereinander auf. Sollte eine Säule wegbrechen, stützen die anderen im Team.
  • Fördern Sie die Selbstständigkeit Ihrer Mitarbeiter, dann läuft es auch ohne Aufsicht rund. Das geht mit Motivation, gezieltem Druck und einer Menge Vertrauen.
  • Sorgen Sie für reibungslose und korrekte Abläufe der Tagesgeschäfte. Mit einer dezidierten Planung und der richtigen Dokumentation von Aufgaben kein Problem.

Der Notfallkoffer für Unternehmer: Damit niemand im Regen stehen bleibt

Das Aufpolieren der Strukturen in Ihrem Unternehmen hat ganz grundsätzliche Vorteile, fernab vom Succession Planing. Beim sogenannten Notfallkoffer wird es hingegen ernst: Sie sammeln an einer zentralen Stelle alle wichtigen Dokumente zum Führen Ihrer Firma.

Dabei kann es sich tatsächlich um einen Koffer oder eine Aktentasche handeln. Was gehört alles hinein?

  • Steuerbescheide und Kommunikation mit dem Finanzamt
  • Zugangsdaten zu den geschäftlichen Bankkonten
  • Kunden- und Gesellschaftsverträge
  • Vorsorge- und Generalvollmacht für eine Person, der Sie vertrauen

Das bedeutet ganz allgemein: Fallen Sie unverhofft aus, müssen in dem Notfallkoffer alle relevanten Unterlagen beisammen sein, damit Ihr Unternehmen weiterhin funktionieren kann.

Die Kommunikationsfalle: In Transparenz investieren, Sicherheit einfahren

Stellen Sie sich vor, Ihre führende Hand fällt einige Wochen, Monate oder gleich ganz weg. Wohin steuert Ihr Unternehmen? Diese Frage sollten Stellvertreter und Nachfolger beantworten können, daher gehört zu einem Succession Planing eine präzise, korrekte und vor allem transparente Kommunikation:

  • Ähnlich wie beim Notfallkoffer oben, sammeln Sie an einer zentralen Stelle die wichtigsten Informationen zur Unternehmensstrategie – das geht selbstverständlich auch digital.
  • Sie können das Heft in der Hand behalten und dennoch eine Politik der Transparenz in Ihrem Unternehmen pflegen. Schließen Sie niemanden aus und gehen Sie offen mit Informationen um.
  • Spezialisiertes Wissen und Know-how über Produkte oder Dienstleistungen dürfen nicht mit Ihrem Weggang verloren gehen, daher implementieren Sie ein zugängliches Wissensmanagement-System.

Für alle unsere Tipps bezüglich des Succession Planing gilt: Nehmen Sie sich auf jeden Fall einen Anwalt. Der Profi hat für Ihren individuellen Fall die passenden Tipps und lotst Sie in die richtige Richtung.

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