Als der studierte Betriebswirt Timo Mattes und sein ehemaliger Schulfreund Jens Goebel gemeinsam bei einer Filmproduktion in Darmstadt arbeiten, kommt ihnen eine Idee: Warum nicht auch audiovisuelle Inhalte für die interne und externe Unternehmenskommunikation erstellen, statt klassischer Werbefilme? "Damals gab es noch kein Youtube und hohe Bandbreiten waren Zukunftsmusik. Mit unserer Gründungsidee waren wir der Zeit voraus", sagt Mattes. Der Business-Plan überzeugte, die Freunde erhielten das notwendige Kapital und starteten mit zwei Laptops und viel Kreativität. "Mit unseren Filmen landeten wir einen Volltreffer. Unsere Kunden waren begeistert von den starken Emotionen – und das bei komplexen Produkten wie ERP-Programme." Die gute Arbeit der Beiden sprach sich herum und weitere Aufträge folgten. Heute konzipiert und produziert die Agentur Image- und Produktfilme, Corporate-TV-Inhalte und Animationen für Technologiekonzerne, Finanzdienstleister und Markenartikler auf der ganzen Welt.

Wie Filme in der Cloud entstehen "Mit unserer Gründungsidee waren wir der Zeit voraus", sagt Timo Mattes, der zusammen mit seinem Schulfreund Jens Goebel eine Filmagentur gründete. (© 2015 Eric Remann)

Flexibilität ist das A und O

Von Beginn an setzten Mattes und sein Geschäftspartner auf Flexibilität: „Statt Ressourcen zu kaufen, mieteten wir sie nach Bedarf", erzählt er, „Telefonservice, Mitarbeiter für die Produktion oder Technikequipment." Schon im ersten Jahr der Gründung schreibt die Agentur schwarze Zahlen – und blieb weiter auf Erfolgskurs. Heute stemmt die Agentur bis zu 30 Projekte gleichzeitig. Dazu sind mittlerweile acht Mitarbeiter von Berlin über Mumbai bis San Francisco unterwegs. "Bei diesen Entfernungen ist klar, dass wir nicht immer persönlich vor Ort sein können. Deshalb arbeiten wir in den jeweiligen Ländern mit Produktionspartnern zusammen", sagt Mattes. Die Herausforderung: Damit ein Film gelingt, müssen sich die Partner, Kreative, Drehbuchautoren, Projektleiter und Kunden regelmäßig austauschen. Goebel und Mattes setzen dabei auf Cloud-Anwendungen, die sie flexibel aus dem Netz beziehen. Auf dem Business Marketplace bucht Mattes etwa die Cloud-Software iMeet, ein Online-Meetingraum für Audio- und Videokonferenzen mit bis zu 15 Teilnehmern. "Damit besprechen wir uns live, fast so als säßen wir uns persönlich gegenüber", erklärt er. Und statt einen Link zum fertigen Film an die Kunden zu verschicken und auf Feedback zu warten, schauen sich alle das fertige Produkt gemeinsam online an.

Projektmanagement aus der Box

Aber nicht nur ein guter Austausch ist wichtig, sondern vor allem eine verlässliche Projektplanung. Dazu nutzt Goebel und Mattes die Cloud-Anwendung Box. Für jedes Projekt legt Mattes hier einen separaten Ordner an, zu dem er alle Projektbeteiligten einlädt. Sie können dann auf aktuelle Storyboards, Briefingunterlagen, Aufgaben, Termine und Arbeitsergebnisse zugreifen. Auf der eigenen Webseite hat Mattes einen Link integriert, über den Kunden etwa Footage-Material direkt in den Box-Ordnern laden können. "So haben wir alle Dokumente an einer Stelle und nichts geht verloren." Den einzelnen Ordnern und Dateien lassen sich auch Kommentare und Aufgaben zuweisen. Dann weiß jeder Mitarbeiter, wie der aktuelle Projektstatus ist, was freigegeben oder noch zu erledigen ist. "So macht Projektarbeit Spaß", sagt Mattes. "Am schönsten aber ist und bleibt, wenn das Produkt pünktlich fertig ist und wir bei einer Erstaufführung dabei sein dürfen." Wenn sich dann der Vorhang hebt, der eigene Film über die Leinwand läuft und das Publikum Beifall gibt  – dann schweben Goebel und Mattes wie auf Wolken.