Datenkrake EZB?

Reizthema AnaCredit: Die EZB will wissen, wer sich bei seiner Bank Geld leiht. Dafür plant die Zentralbank ab dem 1. Juli 2017 die Einführung eines Melderegisters, das alle Unternehmenskredite ab 25.000 Euro aufzeichnet. Dabei sollen auch personenbezogene Daten wie Jahreseinkommen der Kreditnehmer, Wohnort oder Leistungsstörungen gespeichert werden.  2019 und 2020 sollen auch die Kredite von Privatpersonen mit in das AnaCredit-Projekt aufgenommen werden.

Aus Sicht der kleinen und mittleren Unternehmen ist dieses Vorhaben mit erheblichen Risiken behaftet. Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand hat nicht nur datenschutzrechtliche Bedenken, sondern befürchtet auch einen "unnötigen bürokratischen Aufwand". Diese Mehrarbeit für Banken könne auch zu einer Verteuerung der Kredite führen. Die Arbeitsgemeinschaft fordert daher in einer Aussendung:

"Die Notenbanken sollten die derzeitige Grenze von 1 Million Euro beibehalten, ab der der Bundesbank bislang Kredite im Rahmen des Millionenkreditmeldewesens in Deutschland gemeldet werden müssen."

Rückendeckung von Grünen-Europapolitiker Sven Giegold

Das Vorhaben AnaCredit stößt auch beim EU-Parlamentarier der Grünen Sven Giegold auf Unverständnis. Giegold kritisiert auf seiner Homepage:

"Aufwand und Nutzen der EZB-Datenkrake stehen in keinem Verhältnis. Insbesondere kleineren Banken wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken brummt die EZB einen unnötig hohen Aufwand auf."

Der Politiker hat daher eine Beschwerde bei dem Europäischen Bürgerbeauftragen (Ombudsman) eingereicht. Schon über 700 Vorstandsmitglieder aus 300 Banken haben diesen Protest unterstützt.

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