Digital-Gipfel: Mehr Wertschöpfung mit Big Data

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht in der Nutzung von großen Datenmengen in vielen Branchen große neue Wertschöpfungsmöglichkeiten. Auf dem Digital-Gipfel in Ludwigshafen appellierte sie an die Wirtschaft und besonders an den Mittelstand, Big Data-Anwendungen stärker zu nutzen. Andernfalls könnten große Plattformen aus anderen Ländern deutschen Firmen zuvorkommen. Die Unternehmen müssten dabei aber auch den Datenschutz im Blick behalten.

Auf dem Gipfel wurde deutlich, dass Deutschland in einigen digitalen Bereichen gut dasteht, in anderen aber noch deutlicher Nachholbedarf besteht. Thorsten Dirks, Präsident des Hightech-Verbands Bitkom, wies beispielsweise auf die führende Rolle der Bundesrepublik bei der Forschung zu künstlicher Intelligenz und 3D-Druck hin. Auf der anderen Seite nimmt Deutschland keinen Spitzenplatz bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ein.

Vielen Unternehmen fehlt Zeit für Digitalisierung

Dass das Land in der digitalen Entwicklung nicht schnell genug ist, liegt nach Ansicht von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries auch an den vollen Auftragsbüchern der Unternehmen. Laut einer Studie ihres Ministeriums kümmern sich jeder fünfte Mittelständler und jedes zehnte Großunternehmen nicht um Digitalisierung. Teilweise ist aufgrund der guten Auslastung keine Zeit dafür. Es gibt aber große Branchenunterschiede: IT- und Kommunikationsfirmen, Versicherungen, Banken oder große Handelsunternehmen sind überdurchschnittlich im Digitalthema aktiv. Generell forderte die Bundeskanzlerin in ihrer Rede, das Bildungswesen noch besser auf die Anforderungen der digitalen Gesellschaft abzustimmen.