Frauen in Führungspositionen: Anteil liegt bei unter 30 Prozent

Frauen in Führungspositionen sind in Wirtschaft und Politik erwünscht – dies brachten die vielfachen Diskussionen zum Thema Gender zum Vorschein. Tatsächlich gibt es immer mehr Frauenpower in deutschen Unternehmen: Der Anteil von Frauen in Führungspositionen stieg von 22 Prozent im Jahr 2001 auf 29 Prozent im Jahr 2013. Die Dynamik ist jedoch verhalten: Seit 2008 stagniert der Wert bei knapp unter 30 Prozent. Dies ergab der Führungskräftemonitor 2015, den das DIW jetzt präsentierte.

Für die Studie wurden weibliche Angestellte in privatwirtschaftlichen Unternehmen berücksichtigt. Mit 54 Prozent Anteil an der Gesamtbelegschaft sind Frauen in Unternehmen zwar gut aufgestellt, allerdings nach wie vor nicht in Führungspositionen.

Schere zwischen Ost- und Westdeutschland

Auffällig ist zudem der Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland: Während in Westdeutschland der Anteil von Frauen in Führungspositionen nur 26 Prozent beträgt, sind in Ostdeutschland 44 Prozent der Führungskräfte weiblich.

Auch in deutschen Vorständen ist die Frauenquote weiterhin gering. Ende 2014 lag der Anteil von weiblichen Vorstandsmitgliedern in den 200 größten deutschen Unternehmen bei 5,4 Prozent. Dieser Missstand dürfte sich ab 2016 ändern, denn dann muss gemäß vom Bundestag verabschiedetem Gesetz der Frauenanteil in Aufsichtsräten 30 Prozent betragen.

Frauen in Führungspositionen verdienen weniger als Männer

Ein weiterer wunder Punkt im Gleichberechtigungskontext: der Gender Pay Gap, also das geschlechtsspezifische Lohngefälle. Laut "Tagesspiegel" bekommen weibliche Führungskräfte 20 Prozent weniger Lohn als männliche Entscheidungsträger. Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) setzt sich für eine Schließung der großen Lücke ein. Sie will das Gesetz zur Lohngerechtigkeit noch 2015 voranbringen:

"Es kann nicht sein, dass Frauen sich nicht darauf verlassen können, fair bezahlt zu werden.“

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