Arbeit für Flüchtlinge: Appell an die Politik

Die Bereitschaft ist da: Vier Fünftel der Betriebe in der Region Stuttgart wollen Flüchtlinge ausbilden oder einstellen. Die Unternehmen verfolgen dabei nicht nur eigennützige Ziele wie die Linderung des Fachkräftemangels, sondern handeln auch aus sozialen Erwägungen heraus. Dies hat eine Erkundigung der IHK Stuttgart ergeben. Dabei wurden 770 Mitgliedsbetriebe befragt.

In der Praxis bereiten den Unternehmen allerdings die langwierigen Asylverfahren der Flüchtlinge große Sorgen. Denn ohne Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis gibt es keine Rechtssicherheit für die Betriebe. Auch die mangelnden Deutschkenntnisse erschweren die Integration in den Arbeitsmarkt. Die IHK fordert daher die Politik auf, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, damit Flüchtlinge zügig eine Beschäftigung beginnen können.

Handwerk: Flüchtlinge als Leistungsträger

Im Handwerk sind 80 Prozent der Unternehmen bereit, Flüchtlinge zu beschäftigen. Etwa die Hälfte davon möchte Flüchtlinge ausbilden. Handwerkspräsident Rainer Reichhold fordert daher:

"Wir müssen das Engagement und die Hilfsbereitschaft der Betriebe jetzt nutzen, um die Integration dieser Menschen voranzutreiben."

Viele Flüchtlinge würden sich zu echten Leistungsträgern entwickeln. Dies hätten Zuwanderer in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, so Reichhold. Allerdings brauchen die Unternehmen Rechtssicherheit. Eine zentrale Forderung: Während einer Ausbildung und im Anschluss daran muss die Arbeitserlaubnis der Flüchtlinge für mindestens zwei Jahre garantiert sein.

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