Sturz auf der Treppe im Home Office kein Arbeitsunfall

Wo beginnt der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung und wo endet er? Das ist nicht immer klar, wie der Fall einer Frau aus Rheinland-Pfalz zeigt. In Absprache mit ihrem Chef arbeitete sie im Home Office. Dort ereignete sich das Malheur: Beim Gang in die Küche – die Frau wollte sich Wasser holen – stolperte sie auf der Treppe und brach sich den Fuß. Den Sturz wollte sie als Arbeitsunfall geltend machen. Die Unfallkasse machte ihr jedoch einen Strich durch die Rechnung mit der Begründung, dass es sich bei ihrem Sturz nicht um einen Arbeitsunfall handele. Die Frau zog vor Gericht, aber auch dort wurde ihr nicht Recht gegeben, wie aus dem Entscheid des Bundessozialgerichts (AZ: B 2 U 5/15 R) am Dienstag hervorgeht.

Gesetzliche Unfallversicherung haftet nur eingeschränkt im Home Office

Die Begründung: Da sich die Klägerin in ihrem persönlichen Lebensbereich befand, liege kein Arbeitsunfall vor. Oder anders ausgedrückt: Beim Gang in die Küche ging die Gestürzte keiner versicherten Tätigkeit nach, sondern handelte aus eigenwirtschaftlichen Motiven. Zudem könne der Arbeitgeber nicht für die Risiken in einer privaten Wohnung verantwortlich gemacht werden.

Anders der Fall im Büro: Dort sind Arbeitnehmer auf dem Weg zur Nahrungsaufnahme oder auf ihren Arbeitswegen über die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Angestellte müssen sich aber an bestimmte betriebliche Vorgaben und Zwänge halten, wenn sie in einem Betrieb essen oder trinken. Im Home Office entscheidet der Arbeitnehmer jedoch selbst, wann er Wasser holt.

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