Schnellere Prüfung der Asylanträge notwendig

Mit einer Million Flüchtlinge sei Deutschland überfordert – es drohe ein Kollaps unseres Systems. Dies sagte BVMW-Präsident Mario Ohoven in einem Interview mit dem TV-Sender "ntv". "Flüchtlinge aus Bürgerkriegsländern müssen Asyl bekommen und haben Anspruch auf unsere volle Unterstützung. Wer dagegen aus rein finanziellen Gründen nach Deutschland kommt, hat keinen Asylanspruch", so Ohoven.

Sorgen bereiten dem BVMW-Chef vor allem die lange Bearbeitungsdauer der Asylanträge. Während die Schweizer Behörden pro Antrag lediglich 48 Stunden brauchen, nimmt der Prozess in Deutschland durchschnittlich 5,4 Monate in Anspruch. Dies sei laut Ohoven nicht nachvollziehbar.

Einstellung von Flüchtlingen erleichtern

Gleichzeitig forderte er, Flüchtlinge schneller und unkomplizierter in den Arbeitsmarkt zu integrieren:

"Ich sehe bei den Flüchtlingen ein großes Potenzial und Chancen. Im Mittelstand fehlen Zehntausende Fachkräfte. Die Unternehmer brauchen unbürokratisch Informationen: Was muss ich etwa bei Sozialversicherung und Mindestlohn beachten, wenn ich einen Flüchtling einstelle?"

Viele Unternehmen sind bei der Beschäftigung von Flüchtlingen verunsichert. Denn wird den Menschen der Asylstatus nicht gewährt, droht die Abschiebung in das Heimatland. Außerdem gibt es zu wenig Deutschkurse. Ein zusätzliches Hindernis ist das Zeitarbeitsverbot für Flüchtlinge. Es hindere die Menschen bloß beim Eintritt in den Arbeitsmarkt und gehöre abgeschafft, so Ohoven.

Abschließend appellierte der BVMW-Präsident an die politischen Verantwortlichen, bei der Verteilung der Flüchtlinge sowie bei den Bargeldleistungen eine europäische Lösung zu finden.

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