Bürokratieabbau soll Mittelstand entlasten

Er wurde in Deutschland oft angekündigt, aber nie wirklich vollzogen: Der Bürokratieabbau. Nun unternimmt Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel einen neuen Anlauf, um Mittelständler vor allem bei der Aufzeichnungspflicht lästige Büro- und Schreibarbeit zu ersparen.

Unternehmen bis zu einem Umsatz von 600.000 Euro und einem Gewinn von 60.000 Euro sollen bei Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten nach dem Handelsgesetzbuch und der Abgabenordnung befreit werden. Außerdem sind zahlreiche Erleichterungen bei den Bilanzierungs- und Meldepflichten für Existenzgründer und kleine Mittelständler geplant.

All diese Maßnahmen sollen Mittelständler um 744 Millionen Euro entlasten. Die Bundesregierung behandelt den entsprechenden Gesetzentwurf heute im Kabinett.

Gesetzesentwurf trifft nicht auf volle Zustimmung

Nachbesserungsbedarf bei dem Gesetzesentwurf sieht der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer:

"Die Bundesregierung legt zwar scheinbar Tempo vor mit dem Bürokratieentlastungsgesetz, zeigt aber bei wichtigen Punkten kaum Bewegung."

Die "große Bürokratielast beim Mindestlohn" ist Schweitzer in diesem Zusammenhang nach wie vor ein Dorn im Auge.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer begrüßte hingegen Gabriels Vorschlag zur Bürokratiebremse: "Es gibt erstmals einen echten Gesetzentwurf zum Bürokratieabbau. Dazu kann man Wirtschaftsminister Gabriel erst einmal gratulieren."

Weiterführende Links:

  • Auch die "Rheinische Post" berichtet über die geplanten Erleichterungen bei der Aufzeichnungspflicht für Mittelständler.
  • Bis der Bürokratieabbau in die Tat umgesetzt ist, können Mittelständer Ihre Buchhaltung auch auslagern oder durch Cloud-Lösungen Zeit und Geld sparen. Weiterführende Informationen finden Sie bei Scopevisio.