Recruiting: Azubis sind Mangelware

Immer mehr mittelständische Unternehmen haben Schwierigkeiten, ihre freien Ausbildungsplätze mit Azubis zu besetzen. Aktuell ist jedes zweite Unternehmen vom Azubi-Mangel betroffen. Rund 90 Prozent der Ausbilder rechnen mit einer Verschärfung der Situation in den kommenden drei Jahren. Dies geht aus einer aktuellen Studie der Deutschen Gesellschaft für Personalförderung hervor (DGFP).

Ausbilder: Potenzial alternativer Bewerber ausschöpfen

Die Studie regt daher an, dass Ausbilder bei ihrem Recruiting verstärkt auf alternative Bewerber wie Migranten, Leistungsschwache und Studienabbrecher setzen sollten. Denn: alternativen Bewerbern wird zwar ein hohes Potenzial zugeschrieben, in der Praxis bekommen sie in den Unternehmen aber kaum eine Chance.

Um den Azubi-Mangel zu bekämpfen, ...

  • verwenden Mittelständler Potenzial- und Leistungsanalysen,
  • kooperieren mit allgemeinbildenden Schulen und
  • nutzen die Fördermaßnahme der Einstiegsqualifizierung.

Die Leistungsfähigkeit der alternativen Bewerber wird aber bei weitem nicht voll ausgeschöpft. DGFP-Geschäftsführerin Katharina Heuer findet daher:

"In Anbetracht des zunehmenden Fachkräftemangels müssten sich Unternehmen viel stärker den ungenutzten Potenzialen auf dem Ausbildungsmarkt widmen und Jugendlichen mit schlechteren Ausgangsvoraussetzungen eine Chance geben. Dies ist eine Win-Win-Situation für Unternehmen, Jugendliche und natürlich für die Gesellschaft."

Recruiting: Initiativen beachten

Was viele Unternehmer nicht wissen: Es gibt es eine Reihe von Initiativen, die "schwächeren" Bewerbern bei der Integration in die Arbeitswelt hilft. Vorbildlich in diesem Zusammenhang ist die Ausbildungsinitiative Vera. Bei diesem Projekt coachen Senioren Azubis - und das ehrenamtlich! Dank der klugen Ratschläge der Senioren brechen die Jugendlichen weniger häufig ihre Ausbildung ab.

Darüber hinaus gibt es für deutsche Unternehmen das Förderprogramm "Allianz für Aus- und Weiterbildung." Arbeitgeber, die eine betriebliche Einstiegsqualifizierung durchführen, können Zuschüsse bis zu einer Höhe von 216 Euro monatlich erhalten. Zuzüglich wird ein pauschaler Anteil am durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitrag gezahlt.

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