Bargeld: Unnütze Cent-Münzen?

Das Aus für das Kupfergeld: Dies fordern etwa 53 Prozent der deutschen Verbraucher laut einer Umfrage von myMarktforschung. Sie halten Ein- und Zwei-Cent-Münzen für überflüssig. Ein Viertel der Befragten möchte das Kleingeld hingegen beibehalten.

Die Gründe für die Unbeliebtheit der Cent-Stücke sind klar: Cent-Münzen gehen leicht verloren oder werden zu Hause gehortet. "Nach unserer Schätzung wurde 2011 etwa jede fünfte Ein-Cent-Münze im Umlauf für das tägliche Einkaufen genutzt, bei der Zwei-Cent-Münze etwa jede vierte", sagt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in der "Welt".

Die Folge: Damit die Geschäfte genügend Wechselgeld haben, muss die Europäische Zentralbank ständig neue Münzen nachprägen. Die Herstellung der Cent-Münzen ist allerdings ökonomisch höchst fragwürdig. Denn die Produktion eines Ein-Cent-Stücks kostet 1,65 Cent!

Cent-Münzen abschaffen: Das sind die Folgen

Doch die Abschaffung der Kupfermünzen ist nicht so ohne Weiteres umzusetzen:

  • Händler brauchen die Ein- und Zwei-Cent-Münzen, um sich bei den Preisen von der Konkurrenz abzusetzen. Ob etwas 9,99 Euro oder 9,95 kostet, kann für den Kunden ein entscheidender Unterschied sein.
  • Wenn die Ein- und Zwei-Cent-Münzen verschwinden, müssten bestehende Preise auf- oder abgerundet werden. Vor allem Aufrundungen würden beim Kunden nicht gerade auf helle Begeisterung stoßen.
  • Beim Tanken oder bei Großeinkäufen wirken sich auch kleine Cent-Beträge auf die Gesamtsumme aus.

Weiterführende Links: 

  • Bargeld ade? Das sind die Argumente für und gegen eine bargeldlose Zukunft.
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