PayPal ändert AGB

Ab sofort können die meisten Händler keine Gebühren mehr für die Nutzung des Online-Bezahldienstes PayPal erheben. Anlass ist  eine neue EU-Richtlinie. Demnach sind Aufschläge für Überweisungen, Lastschriften, EC-Karten sowie die meisten Kreditkarten nicht mehr gestattet. PayPal ist davon zwar nicht betroffen, trotzdem hat das Unternehmen seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen den EU-Regeln angepasst. Damit untersagt es Händlern, bei Transaktionen über seine Plattform Gebühren zu berechnen.

Der Grund: Der Bezahldienst könnte sonst gegenüber den dann gebührenfreien Alternativen an Beliebtheit verlieren. PayPal hat sich in Deutschland längst etabliert und liegt in der Rangliste der beliebtesten Zahlungsmittel beim Onlinekauf hinter „Kauf auf Rechnung“ und dem Lastschriftverfahren auf Platz drei. 

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PayPal macht Ausnahmen bei Großkunden

Es gibt jedoch Ausnahmen: Große Unternehmen wie die Deutsche Bahn oder die Lufthansa sind von dieser Regelung ausgenommen, da diese mit PayPal ein übergeordnetes Vertragsverhältnis haben.

Der Handel sieht die neue EU-Richtlinie, die mit dem Paragrafen 270a im BGB verankert wurde, kritisch. Die bisher geltende Maßgabe, wonach mindestens ein gängiges Zahlungsmittel gebührenfrei sein muss, sei besser gewesen, argumentiert Ulrich Binnebößel, Zahlungsexperte des Handelsverbands HDE, in der „Welt“. Die Verhandlungsposition der Händler werde nun gegenüber den Zahlungsmittelanbietern deutlich geschwächt.