Arbeiten 4.0: Technologie und Wertewandel

Die Arbeitswelt unterliegt dem Wandel – das war schon immer so. Derzeit ist es vor allem der technologische, der viele Unternehmen beschäftigt. Doch neben dem gilt es laut Thomas Sattelberger auch den demografischen, den gesellschaftlichen Wertewandel, den Druck der Zivilgesellschaft und die Wellen der Migration zu berücksichtigen. Insbesondere die Führung muss darauf abgestimmt werden – Demokratie im Unternehmen spielt deshalb eine immer größer werdende Rolle.

Die vier Dimensionen für Demokratie im Unternehmen

In seinem Buch „Das demokratische Unternehmen“ beschreibt Sattelberger laut Haufe-Artikel den Idealzustand und differenziert Demokratie im Unternehmen in vier Dimensionen.

  • An erster Stelle steht die Führung, die dem Mitarbeiter die Fragen beantworten soll, wer ihn führt und vertritt und wie er an den Entscheidungsprozessen des Unternehmens beteiligt ist. Unternehmen, in denen Demokratie einen hohen Stellenwert genießt, experimentieren mit Methoden, wie Open Space, Führung auf Zeit und operativen Führungskräften und sind nicht gescheut, diese auch kritisch zu begutachten.
  • Die nächste Demokratie-Dimension ist die Souveränität. Mitarbeiter wünschen sich Selbstbestimmung zu Zeit, Ort und Stil ihrer Arbeit, ebenso wie zu Kooperationsformen. Selbst der Inhalt der Arbeit als solcher kann hinterfragt werden. In Zeiten der Digitalisierung hießen mögliche Lösungen Liquid Democracy oder Open Innovation.
  • Darüber hinaus spielen in der Unternehmens-Demokratie auch Vielfalt und Fairness eine signifikante Rolle. Einstellungsverfahren, Leistungsbeurteilungen und Karriereentscheidungen sollten diskriminierungsfrei sein, sodass Mitarbeiter ungeachtet des Alters, ethnischen Hintergrundes, Geschlechts oder Religion die gleichen Chancen haben. Auch eine Mischung der Mitarbeiter nach genannten Kriterien kann sich als förderlich erweisen.
  • Letztlich muss „Das gesunde Unternehmen“ gewährleistet sein. Dabei steht eine sinnvolle Verteilung von Arbeitsbelastung und Verantwortung auf dem Plan.

    Aufbauorganisation der Zukunft: Drei mögliche Typen im demokratischen Unternehmen

Der Wandel verlangt auch nach neuen Organisationstypen. Hier sieht Sattelberger drei mögliche Formen, in denen stets das Gleichgewicht von Demokratie und Macht im Zentrum der Betrachtung steht.

  • So wird es Organisationstypen geben, die die Macht verteilen. Demokratische Netzwerkstrukturen verdrängen Hierarchien. Mitarbeiter erhalten mehr Souveränität und Teilhabe.
  • Doch auch die klassische top-down Organisation muss nicht aussterben – vorausgesetzt die Hierarchien werden flacher und die Demokratie im Unternehmen dadurch gestärkt.
  • Letztlich sieht Sattelberger eine dritte, hybride Organisationsform, bei der es zwei Machtzentren gibt: Eines im Zentrum der Unternehmen, also bei den Mitarbeitern, das Innovation vorantreibt und eines an der Spitze, das Finanzen und Strategie thematisiert.

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