Politik nimmt Bürokratieabbau in Angriff

Weniger Zettelwirtschaft für die kleinen Betriebe: Der Bundesrat hat das Bürokratieentlastungsgesetz unter Dach und Fach gebracht. Künftig werden die Schwellenwerte für die Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten angehoben. Die Grenzwerte zu den Umsätzen steigen von 500.000 Euro auf 600.000 Euro und jene zum Gewinn liegen zukünftig nicht mehr bei 50.000, sondern bei 60.000 Euro. Der Vorteil: Kleinunternehmen unter diesen Schwellenwerten sind nicht mehr verpflichtet, einen Jahresabschluss zu erstellen.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel wertet diese Änderungen als überaus positiv für den deutschen Mittelstand:

"Wir wollen unsere Wirtschaft von unnötiger Bürokratie entlasten, die Zeit, Geld und oft auch Nerven kostet. Das von uns geschnürte Paket ist ein kraftvoller Auftakt für weniger Bürokratie und entlastet die Wirtschaft schnell und spürbar um rund 744 Millionen Euro pro Jahr."

Erleichterung für Gründer

Das Bürokratieentlastungsgesetz macht auch Existenzgründern das Leben leichter. Die Grenzwerte der Wirtschaftsstatistikgesetze werden auf 800.000 Euro angehoben. Dadurch besteht für Start-ups erst drei Jahre nach der Gründung eine Meldepflicht. Weitere Maßnahmen sind:

  • Die Anhebung des Schwellenwertes im Umweltstatistikgesetz auf 800.000 Euro. Dadurch sind Gründer bis zu diesem Umsatz in den ersten drei Jahren von Meldungen befreit.
  • Die Verringerung der Mitteilungspflicht für Kirchensteuerabzugsverpflichtete.
  • Die Befreiung weiterer Unternehmen bei der Meldepflicht der Intrahandelsstatistik.

Die Maßnahmen des Bürokratieentlastungsgesetzes werden am 1. Januar 2016 wirksam.

Weiterführende Links:

  • Bürokratieabbau: Das sind die Initiativen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
  • Wie der Mittelstand unter dem Wust an Regeln und Vorschriften leidet, lesen Sie auf mittelstand DIE MACHER.