Deutsche Exporte – wichtigen Handelspartnern droht Insolvenz

In der Erfolgsgeschichte der bundesdeutschen Exporte wurde im vergangenen Jahr ein neues Kapitel aufgeschlagen: Um 3,7 Prozent sind die Einnahmen aus dem internationalen Handel gestiegen und haben Bares in die Kassen deutscher Unternehmen gespült, so das Statistische Bundesamt.

In diesem Jahr könnte es den deutschen Unternehmen jedoch schwerer fallen, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen. Denn deutsche Exporte sind durch den deutlichen Anstieg weltweiter Zahlungsunfähigkeit bedroht, so Thomas Krings vom Kreditversicherer Euler Hermes, der in der "Welt" Alarm schlägt.

Besonders heikel: Auch Länder sind betroffen, in denen einige der wichtigsten Handelspartner deutscher Unternehmen sitzen. So könnte sich die Zahl der Insolvenzen nach Angaben von Euler Hermes im Jahr 2015

  • um jeweils fünf Prozent in China und Hongkong,
  • um neun Prozent in Brasilien und
  • um ganze 30 Prozent in Russland erhöhen.

Eine Entwicklung, die bereits jetzt erste Schatten vorauswirft. So bemühen sich mittlerweile immer mehr Abnehmer deutscher Exporte um Zahlungsaufschübe. Besonders für KMU kann das zum Problem werden, da kundenseitige Zahlungsverzögerungen natürlich auch eine längere Finanzierung der eigenen Ausgaben nötig machen. Dann kann internationaler Handel teuer werden…

Internationaler Handel: Absicherung ist Trumpf - auch für deutsche Exporte

Um Zahlungsausfälle zu vermeiden, sollte internationaler Handel gerade von KMU mit Vorsicht angegangen und deutsche Exporte sollten abgesichert werden. Mögliche Varianten sind…

  • das Pochen auf Bezahlung der Ware im Voraus,
  • das Abschließen einer Exportkreditversicherung oder
  • das Einholen einer Bankbürgschaft, in der die Bank des Importeurs die Bezahlung des Lieferanten garantiert.

Clever ist darüber hinaus, wenn internationaler Handel entsprechend vorbereitet wird, und zwar

  • durch den persönlichen Kontakt mit dem Handelspartner,
  • durch die Prüfung seiner Zahlungsfähigkeit,
  • durch detailliert ausgearbeitete Verträge und
  • durch das Einholen von Informationen über die gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes.

Außergerichtliche Einigung –das Mittel der Wahl

Sollte sich ein Geschäftsabschluss dennoch zum Schauermärchen entwickeln und die Zahlung ausbleiben, ist Schnelligkeit gefragt. Denn je mehr Zeit verstreicht, desto größer ist die Gefahr, dass der Handelspartner möglicherweise in die Insolvenz abrutscht. Eine außergerichtliche Einigung, wie zum Beispiel die Vereinbarung einer Ratenzahlung, sollte dann das Mittel der Wahl sein, weil sie oftmals…

  • kostengünstiger,
  • effizienter und
  • weniger zeitintensiv ist.

Internationaler Handel ist übrigens auch innerhalb der Europäischen Union nicht zwangsläufig sicherer, wie Thomas Krings zu bedenken gibt:

"Zwar haben wir in Europa einen großen gemeinsamen Nenner, aber trotzdem gibt es große Unterschiede in der Zahlungsmoral und viele spezielle nationale Regelungen."

Sich entmutigen zu lassen, ist aber keine Option, da deutsche Exporte auch zukünftig den Wirtschaftsmotor am Laufen halten müssen.

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