Brexit könnte Deutschland bei Jobsuchenden beliebter machen

Nachdem die Bevölkerung in Großbritannien mehrheitlich für einen EU-Austritt gestimmt hat, könnten Jobsuchende sich künftig verstärkt vom Inselstaat abwenden. Aktuell ist das Land laut dem Indeed-Bericht "Europa in Bewegung" noch das beliebteste der EU-15-Länder: Das Jobportal verzeichnet vier von zehn aller Suchanfragen aus diesen Staaten auf der britischen Version seiner Webseite. Das könnte sich jedoch ändern, wenn die politische Lage eine Arbeitsaufnahme in Großbritannien für ausländische Fachkräfte erschwert. Auf den nächsten Plätzen folgen Deutschland und Frankreich, die von einem nachlassenden Interesse an Großbritannien profitieren könnten. Mariano Mamertino, Europa-Ökonom für das Indeed Hiring Lab, erklärt:

"Wir sind der Ansicht, dass Deutschland durch einen Brexit für Fachkräfte auf der Suche nach hochqualifizierten Stellen innerhalb der EU durchaus an Attraktivität gewinnen könnte."

Internationale Fachkräfte vor allem im digitalen Bereich

Dabei könnte Deutschland mit seiner wachsenden Startup-Szene vor allem in der Technologiebranche neue Fachkräfte gewinnen. In München und Berlin findet sich laut Indeed die europaweit höchste Konzentration von offenen Stellen im Tech-Bereich. Dazu Mamertino:

"Bereiche wie die Technologiebranche, Ingenieurwesen und Finanzdienstleistungen würden von den zusätzlichen Kandidaten profitieren, für die sich ein Großbritannien außerhalb der Europäischen Union als weniger zugänglich oder weniger attraktiv erweist."

Bereits vor dem Referendum hat ein möglicher Brexit nach Angaben von Indeed Auswirkungen gezeigt: Die Suchanfragen von Fachkräften aus Polen für Stellen in Großbritannien sind bereits in den vergangenen Monaten zurückgegangen.

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