Gründer sind treibende Kraft der "digitalen Revolution"

Es sind vor allem "digitale Gründer", die Deutschlands Innovationskraft stärken. Denn diese nehmen eine Vorreiterrolle beim Testen neuer Technologien und Geschäftsmodelle ein. Das zeigt eine aktuelle Analyse von KfW Research. Sie ergab, dass diese Personengruppe besonders offen für Neuerungen ist. Zudem arbeiten digitale Gründer doppelt so oft an Innovationen wie Gründer in anderen Bereichen. Unter dem Begriff "digitale Gründer"  fallen die Existenzgründer, deren Angebote nur mithilfe digitaler Technologien genutzt werden können. Im Jahr 2015 gab es davon 166.000 in Deutschland.

Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wird durch digitale Gründer gestärkt

Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), begrüßt diese Entwicklung, da insbesondere innovative Unternehmen zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft stärken würden. Die wichtigsten Ergebnisse im Einzelnen:

  • Von den untersuchten digitalen Gründern haben zwölf Prozent überregionale Marktneuheiten im Angebot, die es in Deutschland zuvor noch nicht gegeben hat. Bei nicht-digitalen Gründern sind es nur fünf Prozent, die an Innovationen arbeiten.
  • 19 Prozent der digitalen Gründer beschäftigen sich mit Forschung und Entwicklung, um ihr Produkt technologisch zu verfeinern. Der Anteil bei den nicht-digitalen Gründern liegt lediglich bei zehn Prozent.
  • 70 Prozent der digitalen Gründer wollen ihre Produkte auch außerhalb Deutschlands vermarkten – bei den nicht-digitalen Gründern sind es hingegen nur 20 Prozent. Dieser gravierende Unterschied dürfte darauf zurückzuführen sein, dass sich über digitale Vertriebskanäle leichter Kunden über den lokalen Standort hinaus erreichen lassen.

Große Ambitionen – hoher Kapitalbedarf

Die Analyse ergab zudem, dass digitale Gründer hinsichtlich ihres Wachstums ambitionierter sind, wodurch sie  im Schnitt einen höheren Kapitalbedarf haben als Start-ups in anderen Bereichen, wie Zeuner erklärt:

"Nach der Start-up-Phase benötigen digitale Gründer passende Anschlussfinanzierungen, um ihre Geschäftstätigkeit für den internationalen Markt weiter auszubauen."

Unter den digitalen Gründern sind es neun Prozent, die mehr als 25.000 Euro benötigen und acht Prozent haben sogar einen Kapitalbedarf von mehr als 100.000 Euro. Bei Gründungen in anderen Branchen sind es in beiden Kategorien nur jeweils fünf Prozent.

Ein Drittel der digitalen Gründer plant,  auf Zweijahressicht weiteres Kapital zu beschaffen – bei den "nicht-digitalen" ist es hingegen nur ein Fünftel.  Insgesamt haben sich im Jahr 2015 in Deutschland 763.000 Menschen selbstständig gemacht. Das markiert einen neuen  Tiefstand in Sachen Unternehmensgründungen. Die Zahl der Gründer, die an technologischen Innovationen forschen und arbeiten, hat allerdings um sechs Prozent zugenommen.

Weiterführende Links:

  • Während digitale Gründer Innovationen selbst  vorantreiben, greifen nur wenige Mittelständler auf eine Digitalisierungsberatung zurück, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben.
  • Um in Zeiten von Industrie 4.0 wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigen Unternehmen eine digitale Strategie. Mit den richtigen Fragen finden Sie Ihre.