Familieninterne Betriebsnachfolge wird durch Erbschaftsteuer gefährdet

Für deutsche Unternehmensinhaber wird es immer schwieriger, die Betriebsnachfolge zu regeln. Zum einen erreichen immer mehr Inhaber das Rentenalter, zum anderen lässt das Interesse an der Selbstständigkeit hierzulande weiter nach. Das ist das Ergebnis des DIHK-Reports „Unternehmensnachfolge – die Herausforderung wächst“, der auf über 21.000 Kontakten mit Senior-Unternehmern sowie Interessenten einer Betriebsübernahme fußt.

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Als weiteren Punkt führt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) an, dass die familieninterne Weitergabe eines Unternehmens durch die Erbschaftsteuer erschwert werde. Als Resultat dieser Gründe wendeten sich immer mehr Inhaber an die regionalen Industrie- und Handelskammern, um dort die Betriebsnachfolge zu regeln.

Teils sei die Schuld aber auch bei den Betriebsinhabern selbst zu suchen: 41 Prozent der Senior-Unternehmer verlangen laut der Umfrage einen überhöhten Kaufpreis.

DIHK-Präsident fordert weniger Bürokratie

DIHK-Präsident Eric Schweitzer mahnt die Volksvertreter daher an, die Bedingungen für die Betriebsnachfolge zu verbessern. Neben einer unternehmensfreundlichen Erbschaftsteuer setzt er sich für einen Bürokratie-Abbau ein:

„Die Politik sollte die Aufbewahrungsfristen für Steuerunterlagen von zehn auf fünf Jahre verkürzen.“

Schon seit 2014 überwiegt die Zahl der suchenden Alt-Inhaber die der Interessenten auf eine Unternehmensübernahme. Der Unterschied ist dabei von Jahr zu Jahr angestiegen.