Bei strahlendem Sonnenschein jagen die Skitouristen durch den pulvrigen Tiefschnee, das atemberaubende Bergpanorama der Zugspitze im Rücken. Das Weiß des Bodens blendet und macht Unebenheiten unsichtbar. Eine Unachtsamkeit, und der Skifahrer verliert die Kontrolle und stürzt. Bei schwerwiegenden Verletzungen kommt hier in den Bergen die einzige Hilfe aus der Luft: vom Hubschrauber der DRF Luftrettung.

Ob nach einem Verkehrsunfall, bei Herzinfarkt oder Schlaganfall oder für den Transport eines Schwerkranken: Mehr als einhundert Mal am Tag fordern Rettungsleitstellen einen Hubschrauber der DRF Luftrettung an, der Menschen vom Notfallort in die zur Behandlung am besten geeignete Klinik fliegt. Dazu sind die rot-weißen Hubschrauber der DRF Luftrettung als mobile Intensivstationen ausgestattet und mit erfahrenen Piloten, Notärzten und Rettungsassistenten besetzt.

Ersatz innerhalb von zwei Stunden

Nicht nur die Besatzungen müssen für die oft lebensrettenden Einsätze bestens vorbereitet sein, auch die Technik muss jederzeit zuverlässig funktionieren. Fällt ein Hubschrauber aus, ist die DRF Luftrettung verpflichtet, innerhalb von zwei Stunden einen Ersatzhubschrauber an die Luftrettungsstation zu überführen. In Deutschland und Österreich betreibt die DRF Luftrettung insgesamt 31 Hubschrauberstationen.

Damit es möglichst wenig Ausfälle gibt, ist die Flotte der DRF Luftrettung mit einem sogenannten Health and Usage Monitoring System (HUMS) ausgestattet. Sensoren an Bord sammeln alle Daten über den Zustand und die Leistung von systemkritischen Komponenten. „Früher wurden diese Daten alle 50 Flugstunden oder auf Anfrage des Piloten bei Unregelmäßigkeiten kontrolliert“, sagt Timo Demeter, Projektleiter im Fachbereich Technik der DRF Luftrettung. „Dafür mussten die Techniker vor Ort die Speicherkarte mit den Daten herausnehmen und manuell auslesen. Und das bei jedem Hubschrauber.“

Die Techniker der DRF Luftrettung können dank einer neuen M2M-Funklösung alle Flug- und Maschinendaten des Hubschraubers aus der Ferne auslesen und damit Störungen oder gar Ausfällen vorbeugen. Die Techniker der DRF Luftrettung können dank einer neuen M2M-Funklösung alle Flug- und Maschinendaten des Hubschraubers aus der Ferne auslesen und damit Störungen oder gar Ausfällen vorbeugen. (© 2015 DRF Luftrettung )

Technische Daten werden übertragen

Um alle Informationen über den Zustand der Helikopterflotte zusammen zu tragen, waren die Techniker häufig lange unterwegs, denn die deutschen Stationen der DRF Luftrettung sind bundesweit verteilt. Mithilfe von neuen M2M-Datenkarten und über das Mobilfunknetz der Telekom werden Infos über die Drehzahl der Triebwerke oder die Öltemperaturen nun direkt nach jedem Flug an den HUMS-Server der DRF Luftrettung übertragen.

Über ein Webportal können Techniker die Daten abrufen und kennen augenblicklich den aktuellen Zustand der Maschine. Sagen die Daten beispielsweise, dass sich die Temperaturen der Triebwerke einem vordefinierten Schwellwert nähern, können die Techniker mit einer Triebwerkswäsche oder dem Austausch von Bauteilen den Hubschrauber wieder auf Vordermann bringen.
Eine aufwändige Reparatur entfällt und vor allem ist die Gefahr gebannt, von einem plötzlichen Ausfall des Hubschraubers überrascht zu werden. „Seit wir die Lösung der Telekom nutzen, konnten wir schon in drei Fällen den teuren Ausfall eines Hubschraubers durch präventive Maßnahmen verhindern“, berichtet Demeter. „Durch die schnelle Datenübertragung sind die Prozesse bei der DRF Luftrettung deutlich effizienter als vorher und reduzieren obendrein die Kosten. Die Vernetzung der Hubschrauber durch die Machine-to-Machine-Kommunikation verringert den Aufwand unserer Techniker erheblich.“

Um aufwändige Reparaturen an den Rettungshubschraubern zu vermeiden, werden durch Machine-to-Machine-Kommunikation mögliche Mängel schon frühzeitig ans zentrale Datensystem der DRF Luftrettung gemeldet. Um aufwändige Reparaturen an den Rettungshubschraubern zu vermeiden, werden durch Machine-to-Machine-Kommunikation mögliche Mängel schon frühzeitig ans zentrale Datensystem der DRF Luftrettung gemeldet. (© 2015 DRF Luftrettung)

Rund 50 Datenkarten sind inzwischen in der Hubschrauber-Flotte der DRF Luftrettung verbaut. Die Umstellung und der Einbau selbst haben acht Monate gedauert, meist bei routinemäßigen Wartungen in der eigenen Werft. Die pfiffige M2M-Lösung birgt viel Potential: Künftig könnten auch die Gesundheitsdaten der Patienten direkt an die Notaufnahme des angeflogenen Krankenhauses gesendet werden. So könnten Ärzte und Pfleger den Verletzten nach der Landung noch schneller optimal versorgen. Das können jetzt die Techniker auch mit ihren Hubschraubern.

Internetseite der DRF Luftrettung