DSGVO: Bewusstsein vorhanden, Umsetzung dauert an

Am 25. Mai müssen Unternehmer die neuen Regeln der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) anwenden – nach einer zweijährigen Übergangsfrist. Doch kurz vor der Deadline hat erst rund ein Viertel aller Betroffenen die notwendigen Änderungen umgesetzt. Das ergab eine repräsentative Befragung von Bitkom Research unter mehr als 500 Firmen aus Deutschland.

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Immerhin ist das Bewusstsein für Handlungsbedarf bei den meisten Unternehmen vorhanden. Nur sechs Prozent der befragten Entscheider gaben an, bei der Umsetzung der Vorgaben erst ganz am Anfang zu stehen oder sich überhaupt noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben.

Unternehmen fordern: Helfen statt bestrafen

Bitkom-Präsident Achim Berg sieht jedoch nicht nur die Unternehmen in der Pflicht:

„Bei der Auslegung der Datenschutz-Grundverordnung mangelt es von offizieller Seite bis heute an praktischen Hilfestellungen.“

So sollten die Behörden bei Verstößen gegen die DSGVO nicht sofort mit Strafen kommen, sondern zunächst zu konkreten Nachbesserungen auffordern. Das wäre auch im Sinne von knapp der Hälfte der befragten Firmen. 41 Prozent wünschen sich sogar eine Verlängerung der Schonfrist, bis Strafen ausgesprochen werden dürften.

Doch auch nach erfolgter Umsetzung der neuen Datenschutzregeln ist das Thema für die meisten Betriebe nicht abgeschlossen: 58 Prozent erwarten dauerhaft mehr Aufwand wegen der strengeren Handhabe, 32 Prozent sogar deutlich mehr Aufwand.