ElektroG kostet Online-Handel viel Geld

Der Widerstand gegen das ElektroG nimmt zu. Laut "c't" begehren etliche Online-Händler auf gegen die Pflicht, ab dem 24. Juli 2016 Altgeräte zurücknehmen zu müssen. Ihnen geht es dabei auch, aber nicht nur um den Empfang von Elektroschrott ihrer Kunden – und Nicht-Kunden. Was sie noch stört, sind die Kosten zur Einführung der Maßnahme. Denn jeder Versender muss sich in den Recycling-Systemen der Länder, in die er liefert, einzeln anmelden. Und das kann teuer werden. Von "40 000 Euro Registrierungsgebühren" für alle 28 EU-Mitgliedsländer berichtet eine Händlerin in dem Beitrag. Andere Quellen halten 30.000 Euro für realistischer.

Rücknahmepflicht ab 400 Quadratmeter Regalfläche

Unklar ist offenbar auch, wer vom ElektroG betroffen ist und wer nicht. Bei Ladengeschäften gilt die Regelung ab einer Grundfläche von 400 Quadratmetern. Und im Online-Handel? Da komme es auf die Regalfläche an, schreibt "c't" und beruft sich auf Angaben aus dem Bundesumweltministerium. Beispiel: "Eine 100 Quadratmeter große Lagerhalle mit 4 Regal-Etagen hat also 400 Quadratmeter Lagerfläche." Deshalb könnte, so "c't" weiter, die Rücknahmepflicht auch für mittelgroße Versender gelten, die damit bislang noch nicht gerechnet haben. Und einige Händler erklärten schon, sie würden ihrer Rücknahmepflicht nicht nachkommen.

Keine Bußgelder, aber Abmahnungen möglich

Ja, die Versuchung mag groß sein, das ElektroG einfach zu ignorieren. Vor allem, weil für einen Boykott keine Bußgelder vorgesehen sind. Doch Vorsicht: Teuer könnten Abmahnungen von Mitbewerbern werden, die das Elektroschrott-Gesetz umsetzen und sich deshalb benachteiligt sehen.

Weiterführende Links:

  • Viele Informationen zum Thema gibt es bei "Elektrogesetz.de".
  • Es ist immer ärgerlich, wenn potenzielle Kunden ihre Shopping-Tour nicht zu Ende bringen. Wir geben Ihnen Tipps, um solche Kaufabbrecher bei der Stange zu halten.