Vereinfachung durch elektronische Steuererklärung

Ist das der Sieg im Papierkrieg? Die Finanzminister der Bundesländer haben ein Maßnahmenpaket zur Steuervereinfachung beschlossen. Zentraler Punkt des Pakets: Unternehmen müssen Papier-Belege wie Bahnfahrkarten, Quittungen für Fachbücher oder Parkhaustickets nicht mehr mit der Steuererklärung einreichen.

Bayerns Finanzstaatssekretär Johannes Hintersberger verspricht sich einiges von der elektronischen Steuererklärung:

"Ein stärkerer Einsatz von IT in der Verwaltung soll den Service für die Steuerpflichtigen verbessern, die Steuererklärung einfacher gestalten und Verfahren beschleunigen. Zudem sollen Abläufe modernisiert werden."

Doch es gibt auch Einschränkungen: Die gesetzlichen Belegaufbewahrungspflichten bleiben für Unternehmen weiterhin bestehen. Falls das Finanzamt die Belege nach eigenem Ermessen dennoch anfordert, können sie elektronisch übermittelt werden.

"Des Weiteren betrifft der Belegverzicht natürlich nicht die Pflicht, Jahresabschlüsse, Gewinnermittlungen, Einnahmenüberschussrechnungen, etc. einzureichen", erklärt Andreas Brunnbauer vom bayerischen Staatsministerium für Finanzen.

Bis zum 1.1.2017 sollen die Änderungen mit dem so genannten Modernisierungsgesetz bundesweit in Kraft treten.

Digitale Transformation verspricht Modernisierung

Die Digitalisierung lässt weitere Vorteile für die Steuerzahler erwarten:

  • Im digitalen ELSTER-Portal können Bürger zukünftig prüfen, welche Daten, dem Finanzamt bereits vorliegen.
  • Das Finanzamt wird Steuerbescheide und sonstige Schreiben elektronisch bekannt geben. Auch die Bürger übermitteln Ihre Schreiben zukünftig digital an das Finanzamt.
  • Spezielle Risikomanagementsysteme begutachten die angegebenen Daten in der Steuerklärung – dadurch konzentriert sich das Finanzamt ausschließlich auf die "prüfungsbedürftigen Fälle".

 

 

Steuererklärung online einreichen: Was Unternehmen beachten sollten, erklären Jürgen Steiner und Annett Kraut vom IT-Dienstleister DATEV im Video:

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