Erreichbarkeit über die Feiertage nimmt ab

Die meisten Berufstätigen in Deutschland können nicht einmal über Weihnachten abschalten. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bei zwei Dritteln (65 Prozent) von ihnen sind die Smartphones und ähnliche Geräte auch zwischen den Jahren für dienstliche Belange auf Empfang. Das sind zwar sehr viele, aber weniger als in den Jahren zuvor, wie eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt. Hier die Werte zur Erreichbarkeit über die Feiertage im Detail:

  • 2016/17: 65 Prozent
  • 2015/16: 73 Prozent
  • 2014/15: 76 Prozent

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder kommentiert die Entwicklung wie folgt:

"Sowohl seitens der Mitarbeiter als auch der Arbeitgeber wächst das Bewusstsein dafür, wie wichtig es ist, Erholungszeiten konsequent als solche zu verstehen und einzuhalten. Nur wer auch einmal komplett ausspannt, kann auf Dauer im Job die volle Leistung bringen."

Viele Unternehmen hätten verbindliche Regelungen eingeführt, um die Erreichbarkeit während der freien Tage zu minimieren.

Die Meisten reagieren auf Kurzmitteilungen

Am häufigsten reagieren die Mitarbeiter, wenn dienstliche Kurznachrichten eingehen.

  • 58 Prozent setzen sich während ihrer freien Tage mit SMS, WhatsApp-Nachrichten oder iMessages.
  • 53 Prozent nehmen Anrufe entgegen.
  • 47 Prozent beantworten E-Mails.

Auch die Gründe für die ständige Erreichbarkeit liefert die Umfrage, an der im November 530 Beschäftigte teilgenommen haben. Die meisten (55 Prozent) achten auf berufliche Mitteilungen, weil ihre Vorgesetzten dies von ihnen erwarten würden. 37 Prozent denken, dass sie im Sinne ihrer Kollegen handeln. Für 25 Prozent ist der Dienst am Kunden ausschlaggebend. Aus eigenem Antrieb sind 19 Prozent empfangsbereit.

Ein Drittel schaltet komplett ab

Auf der anderen Seite schalten 35 Prozent der Befragten über Weihnachten und Neujahr komplett vom Job ab. Im Vorjahr behaupteten das lediglich 27 Prozent von sich, 2014/15 tat das sogar nur knapp jeder Vierte (24 Prozent).

Weiterführende Links:

  • Digitalisierung bringt ständige Erreichbarkeit mit sich – und legt nach und nach die Nerven blank. Digital Detox ist die Lösung, um dem Stress zu entkommen und wieder Energie für produktives Arbeiten zu sammeln.
  • Das Smartphone begleitet die Chefs und Angestellten auch während der Arbeitszeit. Alexander Markowetz, Professor der Uni Bonn, warnt: Die Handy-Fixierung macht uns alle unproduktiv.