Grenze für KMU soll angepasst werden

Das EU-Parlament will einigen Großunternehmen die Möglichkeit geben, fortan dem Mittelstand anzugehören. In einem Beschluss forderten die Abgeordneten die EU-Kommission auf, die Grenze für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nach oben hin anzupassen, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Die derzeitige Definition stammt noch aus dem Jahr 2003, wonach Betriebe mit höchstens 249 Mitarbeitern und 50 Millionen Umsatz im Jahr zum Mittelstand gehören. Aufgrund von Inflation und gestiegener Produktivität sei es an der Zeit, die Beschränkung anzupassen. 

Viele Vorteile für Mittelständler

Im Vergleich zu Großkonzernen genießen Mittelständler einige Vorteile: Sie kommen oft einfacher an Fördermittel und müssen geringere bürokratische Hürden nehmen. Schon jetzt ist der Mittelstand in Deutschland im europäischen Vergleich sehr bedeutend, KMU stellen fast zwei Drittel aller Arbeitsplätze. Dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) geht der Vorstoß des EU-Parlaments dennoch nicht weit genug. Seine Mitglieder fordern die Vorlage konkreter Schwellenwerte, die sowohl finanziell als auch personell deutlich höher liegen sollen als bisher.

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Für Firmen, die die neu festgelegte Grenze knapp überschreiten, soll zudem eine neue Kategorie eingeführt werden: die der „MidCaps“. Diese kleineren Großunternehmen sollen dann leichter an EU-Fördermittel zu Forschungszwecken kommen.