Existenzgründung: Weniger deutsche und ausländische Selbstständige

Die Anzahl der Personen, die eine Existenzgründung zur Lebenssicherung anstreben, hat im ersten Halbjahr 2015 weiter abgenommen. Insgesamt haben sich in diesem Zeitraum 158.800 Menschen selbstständig gemacht. Das sind 3,2 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2014. Zu diesem Ergebnis kommt die vom Institut für Mittelstandsforschung (IfM) durchgeführte Studie zu Gründungen und Unternehmensschließungen in Deutschland. Auffällig ist dabei, dass sich die rückläufige Entwicklung im Gegensatz zu vergangenen Jahren nahezu gleichermaßen auf Deutsche und Ausländer verteilt.

Etwas aus dem Raster fällt das Gründungsverhalten der Bulgaren: Bei ihnen ist die Anzahl der gewerblichen Existenzgründungen besonders stark rückläufig. 2007 noch schnellte der Anteil geradezu in die Höhe. Die stellvertretende Geschäftsführerin des IfM Bonn Dr. Rosemarie Kay sieht dafür folgenden Grund:

"Dies spricht dafür, dass ein Großteil der bulgarischen Bürger ein Gewerbe zunächst nur zur Existenzsicherung gegründet hatte. Mit der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit ab 1. Januar 2014 hat bei ihnen eine Umorientierung stattgefunden: Viele Bulgaren nehmen nun stattdessen eine abhängige Beschäftigung auf."

Die andere Seite der Medaille: Mehr Arbeitsplätze durch Betriebsgründungen

Die Gründungsstatistik offenbart jedoch auch Positives: Mehr als jede vierte Gründung ist laut Kay nämlich die Betriebsgründung einer Hauptniederlassung. Im Vergleich zu einer Gründung im Kleingewerbe besitzen diese eine größere wirtschaftliche Bedeutung. Denn: Sie schaffen neue Arbeitsplätze. Dies ist bei kleingewerblichen Existenzgründungen in der Regel nicht der Fall.

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