Mittelstand lässt „Geld auf der Straße liegen“

Die Hausbank ist für viele mittelständische Betriebe die wichtigste Anlaufstelle für Kredite. Fast drei Viertel (72 Prozent) von ihnen unterhalten höchstens zu zwei gewerblichen Geldgebern Kontakt. Einen Finanzierungsvergleich stellen sie nur selten an. Das führt dazu, „dass sie ... Geld auf der Straße liegen lassen“. So sieht das jedenfalls Dr. Nico Peters, Co-Founder und Managing Director bei Compeon.

Die Aussage gründet auf einer Studie seines Unternehmens. Darin untersuchte der Dienstleister für Mittelstandsfinanzierung, wie und woher KMU Geld für Investitionen beziehen. Befragt wurden dafür 300 Betriebe über alle Umsatzklassen und Rechtsformen hinweg.

Online-Finanzierungsvergleich selten genutzt

Demnach stellen lediglich 24 Prozent der Unternehmen grundsätzlich einen Finanzierungsvergleich mehrerer Anbieter an. Der Rest tut das nur gelegentlich oder gar nicht – obwohl sie online viele Möglichkeiten dafür hätten. Peters: „Die Zahlen sind insofern überraschend, als dass sich 79 Prozent der Unternehmen mehr Transparenz wünschen. Dies zeigt, dass viele mittelständische Unternehmen in Sachen Finanzierung immer noch nicht im Zeitalter der Digitalisierung angekommen sind.“

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Damit vergebe der Mittelstand Sparpotenzial, denn Unternehmen, die einen Finanzierungsvergleich vornehmen würden, zahlten im Schnitt 20 Prozent weniger für Darlehen. Betriebe, die nur zu einem oder zwei Kreditinstituten Geschäftsbeziehungen unterhielten, zahlten demnach im Schnitt sieben Prozent Zinsen. Bei Mittelständlern mit drei oder mehr Banken waren es durchschnittlich 5,6 Prozent.