Viele Flüchtlinge mit wenigen Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Dem deutschen Arbeitsmarkt mangelt es immer mehr an Fachkräften. Ob Altenpfleger, Klempner oder Heizungstechniker – in etlichen Berufsfeldern besteht Bedarf an Spezialisten. Dass Flüchtlinge ihren Beitrag zur Problemlösung liefern könnten, ist kein neuer Ansatz. Doch für wie realistisch halten kleine und mittelständische Unternehmen die Eingliederung?

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) befragte über 3.000 Mitgliedsunternehmen, um Antworten zu finden. Das ernüchternde Ergebnis: Mehr als 78 Prozent der befragten Inhaber und Entscheider der KMUs erwarten, dass nicht einmal jeder zehnte Flüchtling direkt in Arbeit oder Ausbildung vermittelbar ist. Trotz offensichtlichen Bedarfs, denn mehr als 48 Prozent der Chefs suchen momentan weitere Mitarbeiter, heißt es in der Erhebung.

Mangelnde Sprachkenntnisse als Ausschlusskriterium Nummer Eins

Keine Sprachkenntnisse – keinen Job: Für rund 83 Prozent der mittelständischen Entscheider sind Flüchtlinge, die kein Deutsch sprechen, nicht attraktiv genug. Erst an zweiter Stelle folgt mit fast 67 Prozent mangelnde fachliche Qualifikation als Ausschlusskriterium.

Die weiteren Ergebnisse dürften daher nicht überraschen: Für rund 89 Prozent der Befragten sind verpflichtende Sprachkurse eine notwendige politische Maßnahme, um Flüchtlinge besser in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Weiterhin als wichtig erachtet wird ein beschleunigtes Asylverfahren (85 Prozent). Für fast 57 Prozent ist zudem unabdingbar, dass Flüchtlinge vorab erklären, dass sie deutsche Gesetze und Kultur anerkennen.

Der Flüchtlingszustrom bereitet Mittelständlern jedoch auch Sorgen. Viele Unternehmer befürchten, dass sich die Anzahl der Schutzsuchenden verdreifacht – beispielsweise durch Familiennachzug. 60 Prozent stehen deshalb hinter Seehofers Aussage, dass "nicht mehr geht". 35 Prozent schließen sich hingegen Merkels "Wir schaffen das"-Optimismus an.

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