Fristlose Kündigung wegen angekündigter Krankschreibung

Hin und wieder reichen Beschäftigte Urlaubsanträge sehr kurzfristig ein. Und manchmal werden sie deshalb abgelehnt. Versucht sich ein Mitarbeiter dann, sich die freie Zeit mit einer angekündigten Krankschreibung zu verschaffen, dann rechtfertigt dieses Verhalten eine fristlose Kündigung. Warum? Weil der Mitarbeiter zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht krank ist. Laut GRP Rainer Rechtsanwälte Steuerberater missbraucht der Arbeitnehmer mit einer solchen Ankündigung sein Recht auf Entgeltfortzahlung, heißt es auf "unternehmen-heute".

Der konkrete Fall

Folgender Fall hatte sich zugetragen: Ein Arbeitnehmer stellte nur wenige Stunden vor Dienstbeginn einen Urlaubsantrag für eben diesen Tag. Der Chef genehmigte diesen nicht, woraufhin der Mitarbeiter telefonisch ankündigte, dass er zum Arzt gehe. Nach dem Besuch teilte er mit, dass er arbeitsunfähig sei. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Einige Tage später setzte er den offensichtlichen Blaumacher vor die Tür.

Die fristlose Kündigung ließ der Arbeitnehmer nicht auf sich sitzen und ging vor Gericht. Das LAG Hamm wies die Klage jedoch ab (Az.: 10 Sa 156/15). Die Begründung: Es lag keine tatsächliche Erkrankung vor, als er sein Krankschreiben ankündigte. Dies sei eine schwere Verletzung der Leistungstreuepflicht, weshalb das Gericht eine fristlose Kündigung gerechtfertigt sah. Die nachträgliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung habe daher auch keine Beweiskraft.

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