Risiken bei Höhenarbeiten werden unterschätzt

2013 kamen in Deutschland 17 Gerüstbauer bei Abstürzen ums Leben. In 15 Fällen waren die Opfer für den Unfall selbst verantwortlich. Darüber informiert die jüngste Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), wie die Allgemeine Bauzeitung berichtet. Demnach endet der Fall in die Tiefe auch häufig mit schweren Verletzungen und lebenslangen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Die Unfallursachen liegen oftmals in der fehlerhaften Einschätzung des Risikos bei Höhenarbeiten. So gehen viele Gerüstbauer ungesichert zu Werke, obwohl das Tragen einer Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) Pflicht ist – sofern keine anderen sichernden Maßnahmen getroffen werden.

Obligatorische Sicherheitstrainings: Nicht jeder Gerüstbauer nimmt sie wahr

Wie diese Ausrüstung richtig eingestellt, angezogen und eingesetzt wird, lernen Gerüstbauer in einem Sicherheitstraining. Gemäß der DGUV sind Gerüstunternehmen dazu verpflichtet, ihre Mitarbeiter einmal jährlich daran teilnehmen zu lassen. Die Realität sieht jedoch anders aus: Viele "alte Hasen" verweigern sich dem Kursus, weil sie den Job bereits seit einer Ewigkeit machen und deshalb meinen, alles Notwendige zu wissen. Darüber hinaus ignorieren auch einige Inhaber von Gerüstbaufirmen die vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen – weil die Weiterbildungskosten zu teuer sind oder das Risiko schlichtweg unterschätzt wird.

Missachtete Sicherheitsvorkehrungen können hohe Kosten verursachen

Eine Missachtung der Vorschriften kann Auftraggeber jedoch teuer zu stehen kommen: Im Falle eines Unfalls muss dann nicht die Berufsgenossenschaft, sondern der Inhaber für die Kosten aufkommen. Aber auch die Gerüstbauer selbst werden zur Verantwortung gezogen: Trainingsabsolventen müssen sich bei ihren Höhenarbeiten gemäß der Unterweisung verhalten. Ansonsten können sie bei einem Unfall ihren Anspruch auf Leistungen durch die Berufsgenossenschaft und den Arbeitgeber verlieren.

Die von Capital Safety, dem weltweit führende Entwickler und Hersteller von Höhen- und Absturzsicherungsausrüstungen, durchgeführten Seminare dienen außerdem der Gefährdungsbeurteilung. Teilnehmer lernen, welche Rettungs- und Schutzmaßnahmen bei Abstürzen getroffen werden müssen und können so womöglich Leben retten.

Besserungen in Sicht?

Die aktuellen Entwicklungen lassen jedoch auf Besserungen hoffen: Laut der Allgemeinen Bauzeitung findet seitens der Baubranche langsam aber sicher ein Umdenken statt, denn die Anzahl der Trainingsteilnehmer wächst. Capital Safety vermutet, dass dies unter anderem dem vermehrten Druck der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) geschuldet ist: Sie kontrolliert immer häufiger, ob Trainingsmaßnahmen durchgeführt wurden.

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