Nachfolger bei vielen Firmen nicht in Sicht

Im deutschen Mittelstand zeichnet sich ein weitreichender Generationswechsel ab. 40 Prozent aller Unternehmer sind 55 Jahre oder älter, ergab eine repräsentative Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels 2017. Das habe zur Folge, dass etwa 20 Prozent der mittelständischen Firmen in den kommenden fünf Jahren ihren Inhaber wechseln – das sind insgesamt 842.000 Betriebe. Diese große Anzahl lasse laut KfW negative Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit befürchten.

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Wichtig sei, dass sich die Inhaber rechtzeitig mit der Frage nach dem Fortbestand ihres Unternehmens befassten. Und das ist momentan offenbar nicht der Fall:  Fast die Hälfte der 236.000 Unternehmer, die bis 2019 aufhören wollen, haben bisher keinen Nachfolger gefunden oder noch gar nicht mit der Suche begonnen. Eine vernünftige Übergabe beanspruche in der Regel mehrere Jahre Vorbereitung – insbesondere dann, wenn die Nachfolge nicht familienintern geregelt werde. Auch die Investitionsbereitschaft könne darunter leiden, wenn die Zukunft des Betriebes unklar sei.

Regionale Unterschiede bei Generationswechsel im Mittelstand

Dieses Problem gilt aber augenscheinlich nicht für alle Bundesländer gleich stark: In Schleswig-Holstein ist das Problem mit 46 Prozent aller Chefs, die über 55 Jahre alt sind, viel drängender als in Hamburg, Rheinland-Pfalz, Saarland oder Mecklenburg-Vorpommern, wo das Problem des Generationswechsels nur rund 30 Prozent der Unternehmer betrifft.