Schöne neue Welt des Suchens: Google hat mit dem Knowledge Graph eine neue Technik für seine Suchmaschine eingeführt.

Damit versteht sie Begriffe nicht mehr nur als Wörter, sondern als Objekte, die in Beziehung zueinander stehen. Das funktioniert bislang besonders gut mit Dingen, Menschen oder Orten, die Google kennt – Wahrzeichen, berühmte Personen, Städte, Fußballmannschaften, Gebäude, geographische Gegebenheiten, Filme, Himmelskörper und Kunstwerke.

Google nennt den Knowledge Graph in seinem offiziellen Blog Spot „ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zur nächsten Generation der Internetsuche“, denn er nutzt die kollektive Intelligenz des Netzes. Also, wenn viele Menschen mit verschiedenen Begriffen das Gleiche suchen, kann Google die Anfragen bündeln und auswerten – die gesuchten Ergebnisse erscheinen dann immer schneller und präziser. Anders als bisher werden auch mehrdeutige Begriffe erkannt und in der Autovervollständigungs-Funktion mit Spezifikationsangaben versehen, so dass der Nutzer gleich seine Wahl treffen kann. Der Nutzer erhält so auf einen Blick themenrelevante Informationen und wichtige Eckdaten und muss keine andere Seiten durchsuchen.

Die Basis des Knowledge Graphs, also das Erkennen von Beziehungen, erfolgt durch LSI, der Latent Semantische Indexierung. In der Informationsrückgewinnung wird diese Methode, die Zusammenhänge zwischen Texten und den dort vorhandenen Begriffen analysiert, seit 1990 genutzt. Die neue Wissensdatenbank greift nicht nur auf öffentliche Quellen wie Wikipedia zurück. Auch Einträge seines sozialen Netzwerks Google+ werden neben den Suchergebnissen rechts in einer „Fact Box“ eingeblendet, die weitere Fakten und Verweise zu einer Suchanfrage anzeigt. Derzeit umfasst die Datenbank mehr als 570 Millionen Objekte und mehr als 18 Milliarden Fakten über verschiedene Objekte und deren Beziehungen untereinander.

Googelt man etwa eine prominente Person, erscheinen also nicht nur die Treffer zu ihr, sondern in der rechten Spalte der SERPs (Search Engine Result Pages) ein Abriss der Biografie samt Fotos, bei Unternehmen ein kleines Porträt oder eine Karte mit Lageplan.

Der Knowledge Graph lässt sich aber auch direkt ansteuern. Wer beispielsweise „Filme mit Daniel Craig“ in die Suchmaske eingibt, erhält in der „Fact Box“ einen Steckbrief zum Schauspieler und über den Treffern im ebenfalls neuen Google-Feature „Carousel“ Bilder zu seinen Filmen. Durch die Strukturierung der Suchergebnisse wird eine detailliertere Recherche möglich. Vorteil: Wer gezielter sucht, findet besser. Bei entsprechender Vorbereitung können künftig auch kleine Unternehmen davon profitieren.