Hirndoping für mehr Leistung im Job

Bereits im Dritten Reich sollen Soldaten der Wehrmacht das Medikament Pervitin, auch bekannt als Crystal Meth, genutzt haben, um so ihr Durchhaltevermögen im Krieg zu steigern. Darüber berichtet Norman Ohler in seinem Buch "Der totale Rausch – Drogen im Dritten Reich".

Heute ist Crystal Meth nicht nur eine Szenendroge, sondern gehört auch bei manchem Workaholic als kleiner Aufputscher oder Entspannungsgehilfe zum Arbeitsalltag. Über den Aufschwung der Droge schreibt Heinz Kowalsi, Berater für strategisches BGM (Betriebliches Gesundheitsmanagement), im aktuellen Titelthema des Personalmagazins (Ausgabe 10/2015). In Anlehnung an den DAK-Gesundheitsbericht 2015 führt er aus, dass die Zahl der Mitarbeiter, die regelmäßig zu Neuroenhancer greifen, auf mittlerweile eine Million angestiegen ist. Als Hirndoping genutzt werden vor allem verschreibungspflichtige Mittel wie zum Beispiel Ritalin, aber auch illegale Drogen wie Ecstasy und Crystal Meth. Weiter heißt es, dass vier von zehn Jobdopern vor Präsentationen oder anderen wichtigen Anlässen Aufputschmittel einnehmen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist gefragt

Kowalski kritisiert an der Studie, dass sie sich insbesondere auf die verschreibungspflichtigen Medikamente konzentriert und die illegalen Mittel nur am Rande behandelt. Dafür gibt es allerdings einen Grund: Über verbotene Substanzen stehen nicht ausreichend valide Daten zur Verfügung.

Getan werden muss noch Vieles: Das Thema Jobdoper findet laut dem Berater zu wenig Anklang beim betrieblichen Gesundheitsmanagement, der Arbeitsmedizin, dem Arbeitsschutz und der betrieblichen Gesundheitsförderung. Es bestehen noch zu wenig Angebote der Kassen sowie für Personalleiter, Präventionsexperten und Betriebsräte, die unter anderem darauf geschult werden müssen, betroffene Mitarbeiter rechtzeitig zu erkennen.

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