Ohne Digitalisierung kein unternehmerischer Erfolg: Produktion, Verwaltung, Prozesssteuerung, Ressourcenplanung – kein Geschäftsfeld kann es sich leisten, auf digitale Technik zu verzichten. Die technischen Lösungen entwickeln sich in extremer Geschwindigkeit weiter. Einen umfassenden Überblick über die heutigen Möglichkeiten liefert die CeBIT unter dem Motto „d!conomy – no limits“.

Komplett digitalisierte Wertschöpfungskette

Rund 3 000 Unternehmen aus 70 Ländern präsentieren in Hannover auf der CeBIT konkrete Anwendungsbeispiele für verschiedene Business-Bereiche. Künstliche Intelligenz, Drohnen, humanoide Roboter, autonome Systeme, das Internet der Dinge – die Messehersteller zeigen, wo digitale Techniken inzwischen eingesetzt wird. Nämlich in der gesamten Wertschöpfungskette, bis hin zur Sicherung von Gebäuden.

Zu sehen sind unter anderem: Fortschritte im digitalen Büro, Prozessdesign und Ressourcenplanung für Unternehmen, ERP-Anwendungen, neue Entwicklungen bei Drohnen, autonomes Fahren und viele innovative Einsatzfelder von künstlicher Intelligenz. „Gerade im Business-Umfeld gibt es viele Chancen für künstliche Intelligenz, etwa in der noch besseren Auswertung vorliegender Daten, in ihrer innovativen Verknüpfung oder durch Einsatz von BOT-Systemen in der Kommunikation zum Kunden“, erklärt Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe AG.

Ebenbürtige Maschinen

 Wie sich Wirtschaft und Gesellschaft durch die neuen Techniken verändert, diskutieren Experten der Digitalisierung während des Kongresses „Global Conferences“. Sie findet parallel zur CeBIT-Leistungsschau auf dem Messegelände statt. Ein Highlight: Ray Kurzweil, Director of Engineering bei Google. Er gilt als einer der profiliertesten Experten künstlicher Intelligenz und wird über das Internet der Dinge referieren. Der Visionär glaubt: Dank künstlicher Intelligenz werden Maschinen in wenigen Jahren vom Denkvermögen ihren menschlichen Vorbildern so gut wie ebenbürtig sein.

Einen Beleg dafür liefert das diesjährige Partnerland Japan: Der japanische Wissenschaftler Professor Hiroshi Ishiguro wird mit seinem ihm zum Verwechseln ähnlichen digitalen Zwilling auf der Bühne zu Gast sein. „Damit wird die CeBIT einen wichtigen Impuls zu der Diskussion um das zukünftig Machbare beitragen“, sagte Frese. Auch der bekannteste Whistleblower der Welt zeigt sich auf der Messe: Edward Snowden wird sich per Live-Videoschaltung den Fragen der Zuschauer stellen.

Hitoshi Masuda, Generaldirektor JETRO Hitoshi Masuda, Generaldirektor Japan External Trade Organization, JETRO, stellt die Highlights der Japaner vor. (© 2017 Deutsche Messe AG)

Kleine werden zu Großen

 Viele Großunternehmen wie die Deutsche Telekom präsentieren Lösungen für neue digitale Geschäftsmodelle. In Halle 4 auf der CeBIT zeigt das Unternehmen ausgesuchte Erfolgsgeschichten und Exponate für den Mittelstand und Großkunden. Ein Beispiel ist die digitale Kasse des Partners Enfore, mit der auch kleinere Unternehmen alle Geschäftsprozesse abbilden und somit die gleichen IT-Fähigkeiten wie große Handelsketten nutzen können.

CeBIT 2017 Telekom Stand In Halle 4 zeigt die Telekom Erfolgsgeschichten sowie Exponate für den Mittelstand. (© 2017 Deutsche Messe AG)

Auf einer zentralen Telekom-Bühne finden neben „Executive Talks“ zu Themen wie Smart Cities und Smart Parking auch weitere Talks zur „Digitalen Praxis“ und zu Digitalisierungsprojekten mit spannenden Unternehmensbeispielen.

Eigene Halle für Start-ups

 Dass ohne Digitalisierung nichts mehr geht, wissen vor allen Dingen die jüngeren Generationen. Wie selbstverständlich sie mit künstlicher Intelligenz, Drohnen, Blockchain-Technologie oder Big Data umgehen, zeigen die „Digital Natives“ in der eigens für sie bereitgestellten Halle SCALE11. Sie gilt einzig und alleine den 450 vertretenen Start-ups. Für all diese Jungunternehmer steht eines im Vordergrund: eine gute Idee. Denn mit der zündenden, bahnbrechenden Idee lassen sich ganze Branchen komplett verändern. Das wissen auch die Big Player. Denn neben unbekannten Gründern finden sich in Halle 11 renommierte Unternehmen wie Deutsche Bahn, Volkswagen und Mastercard, die sich für vielversprechende Projekte engagieren.

CeBIT 2017 Bernhard Rohleder Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands Bitkom erläutert das Programm der diesjährigen CeBIT (© 2017 Deutsche Messe AG)

Eröffnet wird die CeBIT am 19. März von Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen mit dem Premierminister des Partnerlandes Japan, Shinzo Abe. Allein aus Japan werden 120 Unternehmen erwartet, die ihre Innovationen präsentieren. Ob sich unter diesen vielen Ideen wohl„the next big thing“ befindet? Wir werden es bald erfahren.