Iran-Atomabkommen: Chancen für iranische und deutsche Wirtschaft

Die Unterzeichnung des Atomprogramms zwischen dem Iran und der 5+1-Gruppe gilt als historischer Moment. Darin erklärte sich der Iran unter anderem damit einverstanden, seine Uran-Bestände drastisch zu reduzieren sowie die zur Uran-Anreicherung nötigen Zentrifugen zu verringern. Im Gegenzug werden die Wirtschaftssanktionen schrittweise aufgehoben, sofern das Land den Auflagen nachkommt.

Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), begrüßt die Einigung und hebt die Chancen für die iranische Bevölkerung hervor:

"Die mit dem Iran erzielte Einigung ist ein wichtiger Beitrag für Stabilität und Sicherheit in der gesamten Region. Das Land mit seiner jungen, gut ausgebildeten Mittelschicht sucht den Anschluss an die Weltgemeinschaft – politisch wie wirtschaftlich."

Grillo schätzt auf der BDI-Webseite aber auch, dass sich mit dem Iran-Atomabkommen für die deutsche Wirtschaft  ein neuer Markt eröffnet.

"Insbesondere die Modernisierung der Ölindustrie eröffnet dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau große Marktchancen".

Weitere Möglichkeiten für die deutsche Wirtschaft sieht er außerdem in den Bereichen Automobilbau, chemische Industrie, Gesundheitswirtschaft und erneuerbare Energien.

Durch Marktöffnung: Wirtschaftswachstum zu erwarten

Deutschland unterhält bereits Handelsbeziehungen zum Iran. 2014 wurden Güter im Wert von 2,4 Milliarden Euro zwischen den beiden Ländern im- beziehungsweise exportiert. Durch das Iran-Atomabkommen und den Wegfall der Wirtschaftssanktionen könnte das Exportvolumen laut BDI-Schätzung mittelfristig auf bis zu zehn Milliarden Euro steigen. Mit seinen 80 Millionen Einwohnern weist der Iran einen Absatzmarkt von respektabler Größe auf.

Damit die deutsche Wirtschaft im persischem Morgenland Fuß fassen kann, müssen einige Voraussetzungen gegeben sein. Grillo fordert unter anderem die zügige Wiederaufnahme des Swift-Zahlungsverkehrs. Weiterhin seien klare Regelungen für den schrittweise Abbau der Wirtschaftssanktionen wichtig.

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