An alte Beziehungen anknüpfen

Sechs Monate ist es her, dass das Atomabkommen mit dem Iran unterzeichnet wurde. Seitdem hat das Land alle darin getroffenen Verpflichtungen erfüllt, woraufhin das Handelsembargo aufgehoben wurde. Was bedeutet das nun für den deutschen Mittelstand? Eine Möglichkeit ist, an Handelsbeziehungen anzuknüpfen, die vor dem Embargo bereits bestanden haben. Sven-Boris Brunner, unter anderem Geschäftsführer der deutsch-iranischen Beratungsfirma Ref Europe, sagt in "Markt und Mittelstand":

"Viele Industriebetriebe zeigen stolz ihre Anlagen aus deutscher Produktion vor, die sie vor 30 Jahren gekauft haben und die immer noch laufen."

Was mit deutscher Produktion begann, kann auch mit dieser weitergeführt werden. Inländische Firmen könnten beispielsweise alte Anlagen mit neuen Steuerelementen modernisieren. Oder komplett neue Maschinenparks hochziehen. Dies böte ebenfalls gute Chancen für den Einsatz von deutschen Kfz-Zulieferern.

Türkei als Sprungbrett für den Iran-Handel

Um nun schnell zur Tat zu schreiten und den iranischen Markt mit deutschen Gütern zu beliefern, empfiehlt sich für deutsche Firmen die Türkei als Sprungbrett für den Iran-Handel. Seit 2014 besteht zwischen dem Iran und der Türkei ein bevorzugtes Handelsabkommen. Eine Auswirkung davon: Viele Zölle wurden komplett abgeschafft. Das können sich deutsche Firmen zunutze machen. Denn für Waren, die sie über die Türkei liefern, fallen meist keine Zölle an – auch wenn die Zulieferer in Deutschland sitzen.

Präsenz im iranischen Markt ist jetzt wichtig. Denn wie Brunner weiter erklärt:

"In ein paar Jahren werden die ersten Reihen besetzt sein, daher ist es wichtig, von Anfang an dabei zu sein."

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