EU-Kommission: Porto muss sinken

Eine neue EU-Vorschrift verlangt von Paketdienstleistern mehr Transparenz bei ihrer Preisgestaltung des grenzüberschreitenden Lieferverkehrs. Das soll den Wettbewerb fördern und könnte damit die Kosten für Pakete ins EU-Ausland beziehungsweise aus dem EU-Ausland senken. Hintergrund: Die EU-Kommission hält die entsprechenden Preise derzeit für übertrieben hoch. So sei es drei- bis fünfmal teurer, Pakete ins Ausland zu schicken, als zu Kunden im eigenen Staat.

Schub für den Online-Handel

Die Verordnung tritt voraussichtlich im Mai in Kraft und könnte dem Online-Handel neue Impulse verleihen. Denn noch scheuen laut einer EU-Studie zwei Drittel der Verbraucher wegen der hohen Portokosten Bestellungen im Ausland. Welcher Paketdienstleister welche Preise für Pakete verlangt, können Kunden künftig auf einer Internetseite vergleichen.

Gerrit Heinemann, Handelsexperte der Hochschule Niederrhein, zeigt sich bei „golem.de“ von dem Erfolg der EU-Vorschrift überzeugt: „Der aus Kundensicht sowieso transparentere und günstigere Online-Handel wird dadurch noch einmal einen Aufschwung erleben, weil er noch einmal günstiger wird.“

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Die Vorschrift führt auch erweiterte Aufsichtsmöglichkeiten der nationalen Behörden ein. Ihnen müssen Paketdienstleister ab 50 Mitarbeitern mehr Informationen bereitstellen.