China steht auf Made in Germany

36 Übernahmen deutscher Unternehmen von chinesischen Investoren waren im Jahr 2015 zu verzeichnen: Das hat eine Studie der Beratungsfirma Ginkgo Tree Advisors im Auftrag der "Welt" herausgefunden. Im Jahr 2014 waren es nur 30 Firmenkäufe.

Die Analysten beziffern den Transaktionswert auf insgesamt 900 Millionen Euro. Besonders gefragt? Deutsche Kernkompetenzen für die Industrie 4.0. Dazu erläutert Daniel Koller von Ginkgo Tree Advisors:

"Es gibt eine große Gruppe von Unternehmen, die mit Industrie 4.0 bisher nichts am Hut hatten, jetzt aber nach Investitionsmöglichkeiten suchen, weil das in China solch ein großes Thema ist."

Die Macher der Studie konnten allerdings nicht hundertprozentig bestimmen, was China gekauft hat. Denn kleine Geschäfte unter zehn Millionen Euro werden meistens nicht bekannt

Know-how ist gefragt

Laut den Machern der Studie, lassen sich die chinesischen Firmen das technologische Know-how einiges kosten: Teilweise zahlen die Investoren 30 Prozent mehr als die europäische Konkurrenz. Mit den hohen Summen versucht China das Vertrauensdefizit auszugleichen. Dazu kommentiert Koller:

"Die chinesischen Unternehmen zahlen diesen Aufschlag zum Teil aus der Not heraus."

Er ergänzt:

"Wenn man bei den Verkäufen als chinesisches Unternehmen zum Zuge kommen will, muss gerade bei Familienunternehmen der Kaufpreis das überzeugende Argument sein."

Weiterführende Links:

  • Das Image "Made in Germany" hält trotz VW-Skandal, schreiben die "Mittelstands Nachrichten".
  • Ist China bereits der Verlierer in der Weltwirtschaft? Der "Focus" geht der Frage nach.