Wartungen wurden bislang in festgelegten Intervallen durchgeführt, unabhängig vom Zustand der Maschinen. Trat eine Störung auf, mussten die Techniker zudem rund um den Globus reisen, um die Maschinen zu überprüfen – ein ebenso zeit- wie kostenintensives Unterfangen. Zudem stehen die Dampfkessel häufig in Kellern, wo eine Störung leicht übersehen wird, oder die Wartungsintervalle lassen sich nicht sinnvoll planen, weil die Maschinen einen unterschiedlichen Verschleiß aufweisen.

60 Sensoren, ein Portal

Damit ist jetzt Schluss: CERTUSS hat seine Dampfkessel mit Sensoren ausgestattet und mit der Monitoringlösung „Cloud der Dinge“ der Deutschen Telekom vernetzt. Die Sensoren messen insgesamt 60 Werte wie Temperatur, Verbrennungszustand, Dampfdruck oder Wasserstand. Ein spezielles Gateway mit SIM-Karte liest die Sensordaten aus und sendet sie verschlüsselt über das Mobilfunknetz der Telekom in die „Cloud der Dinge“. Über das Web-Portal dieser Industrie-4.0-Plattform haben die CERTUSS-Techniker jetzt ihre Dampfkessel jederzeit im Blick, egal von welchem Endgerät aus.

Reinigen, befeuchten, temperieren: Die Dampfkessel des Krefelder Traditionsunternehmens CERTUSS haben viele Talente, die sie weltweit bereits in 90 verschiedenen Branchen zeigen. Reinigen, befeuchten, temperieren: Die Dampfkessel des Krefelder Traditionsunternehmens CERTUSS haben viele Talente, die sie weltweit bereits in 90 verschiedenen Branchen zeigen. (© 2016 Deutsche Telekom/CERTUSS)

Schneller Service und vorausschauende Wartung

Die visualisierten Daten zeigen beispielsweise, zu welchen Zeiten Kunden viel oder wenig Dampf verbrauchen, wann ein Minimalbetrieb ausreicht oder bei welcher Temperatur der Kessel am effizientesten arbeitet. CERTUSS passt seine Maschinen so optimal an die Kundenbedürfnisse an. Ebenso wichtig: Schnelles Reagieren bei Störungen. Die Big-Data-Lösung „Cloud der Dinge Data Analytics“ der Telekom aus der Cloud wertet die übertragenen Sensordaten aus und registriert sofort Unregelmäßigkeiten. Fällt ein Dampfkessel aus oder werden zuvor definierte Schwellenwerte überschritten, wird der Techniker über das Web-Portal der „Cloud der Dinge“ alarmiert. Er kann umgehend reagieren und die Störung aus der Ferne beheben, ohne ein Serviceteam losschicken zu müssen.

"Wir gehen mit Cloud der Dinge Data Analytics auf Spurensuche."

Thomas Hamacher
Technischer Leiter, CERTUSS

Diese Zeit- und Kostenersparnis wird auch bei der Wartung der Maschinen erreicht. „Wir gehen mit Cloud der Dinge Data Analytics auf Spurensuche, um anhand der interpretierten Daten die Geräte vorausschauend zu warten“, sagt Thomas Hamacher, Technischer Leiter bei CERTUSS. So muss die Wartungscrew jetzt nicht in starren Zeitabständen ausrücken, sondern nur bei Bedarf. Zudem verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kessel zwischen zwei turnusmäßigen Wartungszyklen ausfällt – der zukünftige Predictive-Maintenance-Service gewährleistet also auch eine höhere Verfügbarkeit der Maschinen.

Die CERTUSS-Mitarbeiter gehen bei der Wartung der Maschinen mit mit Cloud der Dinge Data Analytics auf Spurensuche nach möglichen Fehlern. Die CERTUSS-Mitarbeiter gehen bei der Wartung der Maschinen mit mit Cloud der Dinge Data Analytics auf Spurensuche nach möglichen Fehlern. (© 2016 )

Aecus Award für die Telekom

Die „Cloud der Dinge“ der Telekom hat sich für CERTUSS bewährt: Der Marktführer bietet seinen Kunden neue Services, sorgt für eine höhere Produktivität durch seltenere Störungen und kürzere Ausfallzeiten und sichert sich so Wettbewerbsvorteile am Markt. Für die Integration dieser innovativen Lösung in Zusammenarbeit mit CERTUSS erhält die Deutsche Telekom jetzt den Aecus Innovation Award 2016. Mit diesem Preis zeichnet die britische Sourcing-Beratung Aecus alljährlich besonders innovative Projekte aus, die Provider mit ihren Kunden umsetzen.

„Der Innovationspreis zeigt mir, dass die Digitalisierung in der Unternehmenswelt angekommen ist“, freut sich Anette Bronder, Geschäftsführerin der Digital Division von T-Systems und verantwortlich für den Bereich Internet der Dinge im Konzern Deutsche Telekom, über die Auszeichnung. „Mit kleinen IoT-Lösungen starten und Erfahrungen sammeln, um ein Gefühl zu bekommen, was Digitalisierung bedeutet“ – das rät Bronder mittelständischen Unternehmen für die ersten Schritte in die digitale Transformation. „So wie CERTUSS mit unserer Hilfestellung über die digitale Hürde gesprungen ist.“ Zum Einstieg in die Vernetzung von Maschinen mit der „Cloud der Dinge“ bietet die Telekom ein Starterpaket zum Testen und zwei Pilotpakete zum Festpreis an.

Weiterführende Links zum Thema

IoT: Wie Unternehmen wie Pfannenberg, CERTUSS und DAL vom Internet der Dinge profitieren

Cloud der Dinge

Telekom: Alle Geräte im Blick behalten (PDF)

Special: Cloud Computing

Special: Das Internet der Dinge