Jedes dritte Unternehmen schließt Bankkredit aus

KMU besorgen sich Geld für Investitionen häufig nicht von der Bank – zu diesem Ergebnis kam die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Rahmen einer Zusatzbefragung zum KfW-Mittelstandspanel. Jedes dritte mittelgroße Unternehmen schließt trotz Niedrigzinsphase einen Bankkredit für sich aus. Als Gründe gaben die Befragten vor allem hohe Sicherheitsanforderungen seitens der Banken und die Vermeidung von Schulden an.

Viele sind aber auch einfach nicht bereit, ihre Geschäftszahlen gegenüber der Bank so offen zu legen, wie das im Zuge der strengeren Bankenregulierung gefordert wird. Und gerade kleinen Unternehmen fehlen oft die nötigen Kreditsicherheiten.

Digitalisierungsprojekte meist mit Eigenkapital

Laut KfW kombinieren viele kleinere Unternehmen stattdessen lieber verschiedene Quellen für ihren Finanzbedarf. So ist der Anteil von Eigenmitteln seit dem Jahr 2000 stetig gestiegen und beträgt zurzeit 50 Prozent. 30 Prozent steuern Bankkredite bei und 13 Prozent sind Fördermittel – etwa aus der EU im Bereich Forschung und Entwicklung. Die restlichen sieben Prozent kommen aus sonstigen Mitteln.

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Gerade Digitalisierungsprojekte werden überdurchschnittlich oft aus dem Cashflow bestritten und nur zu vier Prozent aus Bankkrediten, so die Autoren Autoren Anabel Ternès und Sebastian Schieke in „Megatrend Digitalisierung: Wo steht der deutsche Mittelstand aktuell?“ Reicht das Kapital dann nicht aus, können einem Unternehmen unmittelbar Wettbewerbsnachteile entstehen.

Oft stehen Banken der Finanzierung von Digitalisierungsprojekten im Mittelstand zurückhaltend gegenüber. Hier fordern die Autoren von den Kreditinstituten mehr Vertrauen in die Innovationsfähigkeit und das Management bei den Unternehmen.