Gründerinnen: Deutschland hinkt hinterher

In Deutschland wagen weniger Frauen eine Unternehmensgründung als Männer. Während die Quote bei Männern im Jahr 2014 bei 6,5 Prozent lag, trauten sich nur knapp vier Prozent der Frauen die Selbstständigkeit zu. Auch in Ländern wie Österreich, Großbritannien und den USA ziehen Männer häufiger ein eigenes Geschäft auf, doch liegt dort der Anteil der Gründerinnen zum Teil deutlich höher als hierzulande. Spitzenreiter sind die USA, wo immerhin elf Prozent der weiblichen Bevölkerung eine eigene Geschäftsidee verwirklichen.

Bemerkenswerte Ausnahme: In der Schweiz entschließen sich Frauen ebenso oft wie Männer für das Abenteuer Unternehmensgründung. Das belegen die Zahlen der Studie Global Entrepreneurship Monitor.

Unternehmensgründung: Frauen fehlen Vorbilder

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat zudem untersucht, woher diese Diskrepanz zwischen den Geschlechtern kommt. Ihr Ergebnis:

"Vor allem fehlen Frauen entsprechende Rollenvorbilder, also Gründerinnen in ihrem Familien- und Bekanntenkreis, die sie dazu bewegen könnten, selbst zu gründen."

Und diese Vorbilder sind für eine Entscheidung zur Selbstständigkeit sehr wichtig, da sie gründungsrelevantes Wissen weitergeben.

Darüber hinaus entscheiden sich Frauen häufiger für eine eigene Existenz, weil sie keine Festanstellung finden, während für Männer eher klassische Motive wie Selbstverwirklichung, besseres Einkommen und eigene Unabhängigkeit zählen.

Gründerinnen: Ost-West-Gefälle

Beachtliche Unterschiede zum Thema Unternehmensgründung gibt es auch zwischen Ost- und Westdeutschland. Frauen in den neuen Bundesländern starten nämlich seltener einen eigenen Betrieb als jene in den alten Bundesländern. Der Grund: Für die Existenzgründung ist der Zugang zu städtischer Infrastruktur entscheidend. Doch den gibt es in Ostdeutschland kaum –  nur drei von insgesamt 22 Regionen zählen zu den hochverdichteten, urbanen Gebieten.

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